Tag 2 Höhepunkte in Kathmandu

6.15 Uhr weckt uns das Telefon. Noch ganz schön müde stehen wir auf, duschen uns und gehen frühstücken. Es gibt ein Buffet, sogar ein Omelett, auf Wunsch mit den unterschiedlichsten Zutaten, kann man sich machen lassen. Wir schauen uns das Hotel noch ein bisschen von innen und außen an und pünktlich 8.00 Uhr starten wir unsere Besichtigung von Kathmandu. Der Bus bringt uns in die Nähe des Swayambunath. Die auf einem 1.400 m hohen Berg liegende buddhistische Anlage ist eine der bedeutendsten und sehenswertesten Kultstätten Nepals.

Swayambunath

Bereits vor dem Aufgang zum Tempel Swayambunath sehen wir ein reges Treiben. Es ist ein geschäftiges hin und her. Schon hier am Fuße des Heiligtums beten viele Menschen. Man kann Kerzen spenden. Da würde es fast schon reichen, sich in eine stille Ecke zu stellen und das alles zu beobachten. Aber wir wollen ja zum Tempel. Wir sehen uns einer steilen Treppe gegenüber.

Schlangenbeschwörer

Wir gehen eine andere Treppe bergab. Auf dem Parkplatz unterhalb des Tempels steht unser Bus, der uns zum Durbar Square (Palastplatz) bringt.

Wir laufen ein Stück durch die Straßen Kathmandus. Hier begegnen wir Schlangenbeschwörern. Sie lassen ihre Kobras zur Flötenmusik tanzen und sammeln dann ihren Lohn ein.

Palastbezirk

Je näher wir uns dem Palastbezirk kommen, um so kleiner und bunter werden die nun schon als Gassen zu bezeichnenden Straßen. Es ist sehr interessant in den Gassen, durch die wir gehen. Kleine Geschäfte mit unterschiedlichsten Artikeln befinden sich dicht an dicht, meist nur 3 x 2 m groß, aber voller Waren. Und ständig hupt ein Auto oder Motorrad, weil es auch durch die enge Gasse will, wo mal gerade Platz für ein Auto ist. Aber alles ordnet sich ohne Aufregung und Ärger, da hier die Gelassenheit die Menschen und alles drum herum bestimmt.

Hanuman-Dhoka

Das Herzstück des Palastbezirkes in Kathmandu bildet der aus zahlreichen Höfen (chowk), Gebäuden und Tempeln bestehende alte Palast Hanuman Dhoka, von dem allerdings nur ein kleiner Teil für die Öffentlichkeit zugänglich ist.

Kumari Chowk

Wir besuchen den dreistöckigen Kumari Chowk. Hier wohnt die lebende Göttin Kumari, eine Personifizierung der Staatsgottheit Taleju.

Kasthamandapa

Unseren Rundgang durch das Zentrum von Kathmandu beginnen wir am großen Kasthamandapa- Tempel, der aus dem Holz eines einzigen Baumes (Salbaum) erbaut wurde.

Durbar Square

In dem Areal des Durbar Square befinden sich über 50 Tempel in unterschiedlichster Größe und baulichem Zustand.

Dort, wo die Palastfront neben dem Degutale – Tempel zur Bazarstraße hin abknickt, blickt eine weitere, hinter einem Gitter versteckte Bhairava – Figur zornig aus einer Nische auf das Treiben. Es ist Shveta Bhairava, der Weiße Bhairava, den König Rana Bahadur Shah zusammen mit der Degutale-Glocke auf der gegenüberliegenden Straßenseite, dem Durbar-Bezirk im Jahre 1796 hinzugefügte. Während des Indra-Yatra-Festes (August/September) wird das Gitter für einige Tage beseitigt und das Bildnis des Bhairava, mit Girlanden geschmückt, in die religiösen Riten einbezogen.

Der eigentümliche achteckige Bau neben der Glocke mit dem Namen Casdidega war als Gedenkstätte für die beiden 1649 verstorbenen Frauen Pratapa Mallas gedacht. Das Kultbild zeigt, wie beim Eingang zum Hanuman-Dhoka-Palast, Gott Krishna und Satya Bhama. Dabei hat der Künstler den Gottheiten die Züge des Herrschers und seiner Gattinnen verliehen. Die westliche an die Bazarstraße grenzende Palastfront weist sehr schöne Schnitzereien in den oberen Stockwerken auf, während sich im Erdgeschoss Souvenirläden befinden. Das Dach überragt die zweistöckige Pagode des Bhagvati-Tempels ursprünglich Narayana geweiht, dann der Göttin Bhagvati.

Stiftersäule

Die Stiftersäule dieses großen Bauherren Pratpa Malla findet sich ein Stück weiter südlich. Sie gilt als Prototyp der Säulen, die auch vor den Palästen von Bhaktapur und Patan zu finden sind, und zeigt die Familien des Herrschers – seine vier Söhne an den Ecken, seine beiden Frauen ihm zur Seite sowie den noch unmündigen Sohn zu seinen Füßen – auf einem als Lotos geformten Kapitell.

Basantapur

Der Weg öffnet sich nun zu einem weiträumigen Platz, Basantapur. Er wird beherrscht von der weißen, neoklassischen Front des erst 1909 angefügten Palastflügels Gaddi Baithak, der in eigentümlichem Kontrast zu den alten Tempeln seiner unmittelbaren Nachbarschaft steht und die Beeinflussung des Landes durch europäische Kulturen unübersehbar zum Ausdruck bringt.

Pashupatinath

Nach dem Mittagessen fahren wir zur nächsten Tempelanlage – Pashupatinath.

Der sich beiderseits des Flusses Bagmati 4 km östlich des Zentrums erstreckende ausgedehnte Tempelbereich gilt den Anhängern der hinduistischen Religion als heiligster Ort Nepals. Er liegt in dem mittlerweile mit der Metropole verschmolzenen Ort Deopatan, an dessen einziger Hauptstraße sich noch traditionelle Newar-Häuser aneinander reihen.

Selbst aus Indien pilgern Gläubige zu dieser uralten Gedenkstätte für den Gott Shiva, dem hier als Pashupati, dem „Herrn der Tiere“, geopfert wird, einer weit in vorderhinduistische Zeit zurückreichenden Verbindung von göttlicher Herrschaft über die Kreatur.

Wir gehen zurück zum Bus und wieder umlagern uns die Händler, die ihre Ware feilbieten.

Seit dem Mittagessen ziehen graue Wolken von den Bergen herab und als wir mit dem Bus weiter fahren, beginnt ein Gewitter.

Bodnath

Wir fahren zum großen Stupa von Bodnath. Erst stellen wir uns in einem Hotel unter, denn es gießt wie aus Kannen. Als der Regen nachlässt, gehen wir zum 40 m hohen Stupa von Bodnath, dem größten des Landes. Er ist vor allem für die Tibeter das heiligste Bauwerk ihrer Religion in Nepal. Der Grund liegt wohl darin, dass Bodnath, an der einst wichtigsten Handelsstraße nach Tibet gelegen, zwischen dem 17. und 19. Jh. tibetischer Rechtssprechung unterstellt war und noch heute Sitz des Chini Lama ist, des nach dem Dalai Lama und dem Panchen Lama wichtigsten Repräsentanten des Tibetischen Buddhismus.

Wir laufen einmal um den Stupa in Uhrzeigerrichtung rum und betätigen dabei die Gebetsmühlen. Die Häuser rund um den Stupa haben lauter Läden im Untergeschoss. Lustig ist der Versuch, uns Souvenirs aufzuschwatzen.

Budhanilkantha

Wir fahren weiter nach Budhanilkantha, ca. 10 km nordöstlich von Kathmandu gelegen. Die Stadt liegt zu Füßen des 2.732 m hohen Tare Bir. Das von außen unscheinbare, ummauerte Heiligtum liegt an einem großen Platz nahe der Ortseinfahrt. In einem künstlichen Wasserbecken (15 m x 10 m), das ein steinerner Zaun mit nur schmalen Durchblicken umschließt, ruht eine 5 m lange steinerne Skulptur des Vishnu Narayana, ausgebreitet auf ineinander verschlungenen Schlangenleibern.

Wirtreffen einen jungen Mann, einen Studenten, der uns über diese Bedeutung berichtet und ihn in ein Gebäude führt,, das sich auf dem Grundstück befindet, in dem musiziert wird.

Es ist dunkel als wir gegen 18.00 Uhr das Hotel wieder erreichen. Jetzt gibt es erst mal Abendbrot, warmes Buffet, dabei Erdbeersouflè (lecker) und ein Bier.

Es war ein wunderschöner Tag, aber sehr anstrengend.

Die vielen verschiedenen Götter, die Pracht, die kunstvollen Schnitzereien und Verzierungen, das pulsierende Leben, die vielen Händler, die ihre Ware an den Mann bringen wollen, der Schmutz, die Einfachheit und Freundlichkeit, die Gleichmütigkeit und Ruhe, die das alles ausstrahlt, all dies müssen wir erst mal verarbeiten. Und morgen wartet wieder ein neuer aufregender Tag auf uns.