Nepal Tag 2-01_Swayambunath

Nach 365 Stufen haben wir das Heiligtum erreicht. Am Beginn der Treppenanlage bewundern wir ein bunt bemaltes Tor, rechts davon eine mannshohe, in eine Nische eingelassene Gebetsmühle. Buddhafiguren stehen gleich hinter dem Tor. Wir sehen drei steinerne Buddhas und Tierskulpturen (Elefant, Löwe, Garadu, Pfau), die beide Seiten der Treppe flankieren. Die Tiere sind die Reittiere für 5 Buddhas, auf die sich die Verehrung in Swayambunath konzentriert.

Der Name, er bedeutet „selbstentstanden“, beruht auf dem Glauben, der Stupa sei als Manifestation des Absoluten aus dem juwelengekrönten, vom Vorzeitbuddha Vipasyin geschaffenen Lotos erwachsen, der im heiligen See Nag Hrad schwamm, dem Paradies des „reinen Landes“, das mit der „Erlöstheit“ gleichzusetzen ist. Eine andere Überlieferung schreibt die Errichtung des Stupa einem zugereisten bengalischen König namens Shantashri zu, der dem geheiligten Lotos Schutz und Heimstatt bieten wollte.

Hier haben Rhesusaffen ihr Domizil, sie sind überall. Deshalb nennt man den Tempel auch den Affentempel. Sie verfolgen die Touristen und jagen sich gegenseitig.

 

Die Treppen werden auch von Händlern genutzt, um ihre Souvenirs anzubieten. Es wird mit Gebetsmühlen und Klangschalen geworben. Für den ersten Tag aber noch zu früh, um sich etwas zu kaufen.

Gebetsmühlen

Das Areal um den Stupa ist sehr interessant. Auch nicht buddhistische Besucher sollten den Stupa nur im Uhrzeigersinn umschreiten, um nicht gegen das religiöse Empfinden der Gläubigen zu verstoßen.

In die Wände des Stupa eingelassen finden sich an den Kardinalpunkten die Schreine der fünf transzendenten Buddhas, die als Herren der Himmelsrichtungen gelten.

Direkt hinter dem Donnerkeil, dem Turm neben der Stupa, ist der Schrein für den Buddha Akshobhya (Osten). Im Uhrzeigersinn folgen die Schreine von Vairocana (Zentrum), Ratnasambhava (Süden), Amitabha (Westen) und Amoghasiddhi (Norden).

Beachtung verdienen die unter den Schreinen angeordneten Nischen mit den Bronzen der den Buddhas zuzuordnenden Reittiere.

Die Flachreliefs mit Darstellungen des Rades der Lehre hinter den Figuren zählen zu den frühesten Kunstwerken Swayambunaths. Sie sind Teil des ursprünglichen, im 17. Jh. überbauten Stupa und stammen aus dem 7. oder 8. Jh. .

Neueren Datums sind die Gebetsmühlen und Gebetsfahnen, die von den Tibetern erst im
20. Jahrhundert eingeführt wurden. Auf sie geht auch der 1949 errichtete Klosterkomplex neben dem Stupa zurück.

Besonderes Merkmal des Swayambunath-Stupa ist sein überdimensionierter, vergoldeter quadratischer Aufsatz mit der hoch in den Himmel ragenden Turmspitze. In die vier Himmelsrichtungen blicken die alles sehenden Augen Buddhas. Zwischen ihnen das Schriftzeichen für die Eins (Ohm) als Symbol für den einen, wahren Weg zur Erlösung.

Die 13 sich verjüngenden Ringe der Spitze repräsentieren die 13 Himmel des buddhistischen Weltbildes, aber auch die 13 Methoden der Verbreitung der Lehre oder die 13 Stufen der Vollendung. Den Abschluss bildet ein Schirm als Zeichen der universellen Regentschaft des Buddha.

Der kleine frei stehende zweigeschossige Tempel im Westen hinter dem Stupa ist eines der bevorzugten Ziele für Buddhisten und Hindus. Während die Buddhisten im Kultbild des Schreins die populäre Hariti verehren, die Schutzgöttin der Kinder, verkörpert es für die Hindus die Pockengöttin Sitala Devi. Hier erflehen die Menschen Schutz vor Krankheiten. Zu Zeiten der Pest wurden die Kleinkinder extra hierher gebracht, um Gesundheit für sie zu erbitten.

An den Tempel grenzt ein Hof mit zahlreichen Votivstupas, die in eigenartigem Kontrast zu den Souvenirläden ringsum stehen. Es gibt noch weitere Buddhafiguren und kleine Stupas.

Rundblick über Kathmandu

Die Souvenirläden buhlen um unsere Gunst. Wir kaufen drei Kalender und Ansichtskarten. Ganz auf Entspannung ist die Musik, die überall erklingt gezielt. Es sind die typisch tibetischen Klänge, von denen wir uns auch eine CD mit nehmen.

Von hier oben hat man einen schönen Blick auf Kathmandu. Leider ist es etwas diesig und der Horizont sehr verschwommen. Kathmandu hat eine ungeahnte Ausdehnung.