9.Tag, Orient pur

Heute wird wieder ein warmer Tag – oder sagen wir – ein heißer Tag. Da ist es wichtig, dass uns unsere Wasservorräte nicht ausgehen. Im Bus haben wir immer die Möglichkeit, unsere Reserven aufzufüllen. Bei derzeitigen Wechselkurs verlangt der Fahrer umgerechnet gerade einmal 0,30 Euro pro Literflasche. Auch die anderen Dinge des täglichen Lebens, die uns hier z.B. beim Mittagessen angeboten werden, wir Deutsche leben hier äußerst kostengünstig. Für das Mittagessen heute zu Zweit (Wasser, Tee, Brot als Basis für alle, jeder 1 Cola und 1 Suppe) bezahlen wir 5,50 Euro. Ich bin mir sicher, dass die Frauen, die die wunderbaren Parks hier auch in der Mittagsgluthitze wässern und pflegen sehen das ganz anders. Sie können sich das wahrscheinlich nicht leisten.

Auf dem Registanplatz erleben wir die ganze Pracht Samarkands (UNESCO-Welterbe). Blau und türkis glitzern uns Tausende Kacheln von den Heiligtümern entgegen. Die drei den Platz einschließenden Medresen erzeugen schon einen Wow Effekt. Die reichen Verzierungen beeindrucken uns sehr. Insbesondere die in der Tillakori- Medrese eingebaute Freitagsmoschee blendet mit ihren reichen Verzierungen aus Gold.

Heute am Samstag besuchen auch viele Usbeken diese Kostbarkeiten. Die Frauen und Mädchen tragen ihren farbenfrohen Sonntagsstaat. Die Männer und Frauen sind uns gegenüber sehr freundlich und aufgeschlossen. Bisher habe ich noch keine Ablehnung auf die Bitte, sie fotografieren zu dürfen, erfahren. Die Schulkinder begrüßen uns häufig mit „Hello“ und versuchen ihre Englischbrocken bei uns auszuprobieren. Wir müssen hin und wieder auch als Fotomodell herhalten.

Bei der Bibi-Khanum-Moschee umweht uns eine seltsame Legende – von einer Frau, die durch einen Kuss zur Erfinderin des Seidenfallschirms wurde!

Auf dem Basar nebenan duften süße Feigen, Gewürze und andere orientalische Waren. Wir probieren getrocknete Aprikosen. Interessant sind die einzelnen Abteilungen des Basars. Leider fehlt die Zeit, um alles zu bestaunen.

Timurs Eroberungen

Nach einer ausgedehnten Mittagspause im Hotel, denn nur hier sind die Temperaturen erträglich, fahren wir noch einmal zu Timurs Mausoleum. Timur wurde in der Sowjetzeit als Eroberer und Mörder abgestempelt. Nach der Selbständigkeit Usbekistan wird er als der große Vorvater „Amir Temur“ der Nation gefeiert. Er hat ja auch ein riesiges Reich geschaffen, das vom Bosporus bis nach China reichte. Das verfallene Mausoleum hat allerdings bereits die Sowjetmacht in alter Schönheit erstrahlen lassen.

Welche Waren die Usbeken im Basar wohl besonders schätzen? Wie daraus Leckereien werden, zeigt uns Familie Rustinow beim Abendessen in ihrem Privatrestaurant. Das Essen ist wieder eine neue Erfahrung. So viele Varianten unterschiedlicher Gerichte, von den Vorspeisen, der Hauptmahlzeit bis zur Nachspeise, findet man bei uns zu Hause auf keinem Tisch.

Die Nachhausefahrt zum Hotel ist dann das nächste Abenteuer. Samarkand hat keine Straßenbeleuchtung. Außer den Autoscheinwerfern ist nichts zu erkennen. Wir sind da voller Zuversicht zu unserem Busfahrer und lassen uns durch die Dunkelheit schaukeln. Hin und wieder tauchen aus der Dunkelheit kleine Mini Markets auf. Auch einige Hotels kann man an der Reklame erkennen. Die Straße vor unserem Hotel ist eine der wenigen, die hell erleuchtet ist.

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