13.Tag, Basar & Co. in Bischkek

Unser Hotel wird von einer koreanischen Firma betrieben. Viele Dekorationen erinnern daran. Was uns wundert sind die Gasmasken, die im Schrank im Zimmer liegen. Das ist kein Zufall, denn ein Schild weisst daraufhin, dass in diesem Fach Gasmasken liegen. Den Sinn können wir uns nicht erklären.

Alte Sowjetarchitektur vermischt sich auch hier mit modernen Bauten, große Plätze und breite Alleen, stimmungsvolle Märkte und ländliches Flair durch viele grüne Parkanlagen erwarten uns auf der Stadtrundfahrt. Die Menge der Autos auf den Straßen überrascht uns. So bleibt es nicht aus, dass im Gegensatz zu allen bisher besuchten Städten die Straßen auch verstopft sind. Hier würden wir uns sicher nicht hinter das Lenkrad setzen, denn in dem Chaos erkennen wir kaum Regeln der Straßenverkehrsordnung. Man hält sich allerdings an die Ampelsignale, so dass Fußgänger auch mal eine Chance haben.

Die Demokratie des Landes ist noch jung, und der wirtschaftliche Anschub der letzten Jahre lässt sich vielerorts in der Stadt fühlen. Unsere Reiseleiterin erzählt uns, dass sich die Entwicklung in den letzten Jahren beispielsweise in den jetzt vorhandenen vielen kleinen Läden und in den Kaffees und Restaurants zu sehen ist.

Am Morgen besuchen wir den Osch Basar. Hier macht es Spaß, durch die Reihen zu gehen und die farbenfrohen und sehr umfangreichen Angebote bestaunen zu können. Einige Händler versuchen uns zum Kauf anzuregen, indem sie uns z.B. Kostproben von ihren Früchten anbieten. Dieser Markt unterscheidet sich von denen, die wir in Turkmenistan und Usbekistan gesehen haben. Hier spürt man die Ursprünglichkeit von 1001 Nacht. In Turkmenistan war alles sehr geordnet. In Usbekistan gab es einen Hauch von Orient. Hier gibt es kaum Unterschiede zu den Märkten in den arabischen Staaten, die wir in anderen Ländern besucht haben. Als erstes fällt uns da Aleppo ein. Dieser Markt existiert jetzt nach dem Bürgerkrieg in Syrien sicher nicht mehr so wie früher.

Ein wenig Stadtgeschichte erleben wir bei der anschließenden Rundfahrt. Nach der Perestroika musste man anstatt Lenin eine andere Leitfigur finden. In Usbekistan ist es Timur. Hier ist es Aikol Manas. Er ist eine Sagengestalt, die hier auf den Sockel gehoben wird. Er soll die 40 kirgisischen Stämme geeinigt und damit die Grundlage für das heutige Kirgisistan geschaffen haben. Nach der Perestroika hat man Lenin durch ein Denkmal einer Frau ersetzt. Die Regierung meinte dann, dass Kirgisistan nur durch einen männlichen Helden repräsentiert werden kann. So kam Manas zu Ehren.

Lenin hat man hier allerdings nicht verbannt. Er zeigt immer noch mit seiner Geste in die leuchtende Zukunft. Er steht jetzt nur nicht mehr so präsent im Zentrum. Nicht weit davon sitzen Marx und Engels noch in trauter Diskussion nebeneinander.

Höhepunkt des Tages ist schließlich der Ala-Archa Nationalpark. Wir fahren von Bischkek mit ca. 740m Höhe in die Berge auf 2200m Höhe. Hier regnet es und ist kalt. Ein Teil der Reisegruppe traut sich trotzdem noch zu wandern. Sie berichten von zutraulichen Eichhörnchen und wundersam geformten Bäumen. Im zweiten Teil der Wanderung mischen sich sogar Schneeflocken mit in den Regen. Trotzdem kamen sie mit Begeisterung zurück und berichten von nebelverhangenen Bergen und steilen Abhängen.

Auf der Rückfahrt nach Bischkek diskutieren wir über die Rolle der Frau in diesem Land. Zu Sowjetzeiten war die Gleichberechtigung von Frau und Mann in allen Belangen in der Verfassung festgehalten. Nach der Unabhängigkeit hat sich hier viel zum Negativen verändert. Da ein junges Paar jetzt keine Wohnung mehr vom Staat zugewiesen wird und sie kein Geld haben, um sich eine Wohnung oder ein Haus zu kaufen, zieht das Paar zu den Eltern des Bräutigams. Hier hat die Schwiegermutter das Sagen. Alte Traditionen leben wieder auf. Frauen sind allein durch ökonomische Zwänge nicht mehr in der Lage, ein selbstbestimmtes Leben wie früher führen zu können. Auch andere Selbstverständlichkeiten in der Sowjetzeit, wie kostenlose ärztliche Behandlung, kostenloser Krankenhausaufenthalt oder kostenloser Schulbesuch gibt es jetzt nicht mehr.

Vor dem Abendessen besuchen wir noch einen Fair Trade Laden. Hier probieren wir köstlichen Honig und kaufen davon. Das Abendessen nehmen wir in einem tollen Restaurant ein, in dem fast nichts richtig funktioniert hat. Das Essen war kalt. Wir ließen es zurückgehen. Unser Gegenüber bekam dann ein Neues, von dem schon jemand die Hälfte aufgegessen hatte. Bei der Abkassierung war die Bedienung dann ebenfalls überfordert. Das hat den Besuch trotz des guten Essens stark getrübt.

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