Zu Besuch beim Fürsten Schwarzburg Rudolstadt

Unser Klassentreffen führt uns 2019 nach Rudolstadt. Lothar, der Organisator, versprach uns einen Besuch beim Fürsten auf der Heidecksburg. Leider hat uns der Fürst nicht selbst empfangen, denn

  1. ist er 1918 abgedankt und
  2. ist 1925 verstorben.

Nur von seinem Bild im Treppenhaus von Schloss Heidecksburg in Rudolstadt hat er uns sehr kritisch beim Anziehen der überdimensionalen Pantoffeln vor dem Rundgang angesehen.

So führte uns sein Page durch die Räume und plaudert manches Geheimnis aus. Also, wir denken schon, dass der Führer viel zu jung ist, um der wirkliche Page zu sein. Das macht aber nichts. Er hat uns einen Eindruck von dem Prunk der Räume und der Lebensweise des Fürsten vermittelt. Das war toll.

Bei der Gelegenheit kommt die Frage auf, woher die Fürsten das Geld und die Mittel hatten, solche Schlösser zu bauen, zu erhalten und noch standesgemäß auszustatten. Der Fürst bewohnte ja nicht nur das Schloss Heidecksburg sondern auch noch das Schloss Schwarzburg. Das Fürstentum zählt eher zu den kleineren und wirtschaftlich unbedeutenden in Deutschland. Die Steuern müssen recht hoch gewesen sein, denn das Territorium und die Anzahl der Einwohner ist verhältnismäßig gering:

  • 1871: 75.523
  • 1875: 76.676
  • 1880: 80.296
  • 1905: 96.835

Die Organisation des Fürstentums war sicher ziemlich aufwändig. Es bestand aus mehreren unzusammenhängenden Territorien, wie die Karte zeigt.

https://i2.wp.com/deutsche-schutzgebiete.de/wordpress/wp-content/uploads/2018/06/Schwarzburg_Rudolstadt_Karte.gif

Dazu kommt noch, dass in den Territorien zwei Währungen existierten:

  • Im Landratsamt Frankenhausen bis 1875: 1 Taler = 30 Groschen = 360 Pfennige
  • In den Landratsämtern Rudolstadt und Königsee bis 1875: 1 Gulden = 60 Kreuzer = 240 Pfennige

Wir haben den Rundgang durch Rudolstadt, das heute ca. 24.000 Einwohner zählt, genossen.

 

 

Die Heidecksburg liegt ca. 60m über der Altstadt von Rudolstadt.

 

 

Der Page des Fürsten führt uns durch das Schloss.

 

 

 

Das Schloss Schwarzburg gehört ebenfalls dem Fürsten. Es wurde im Wesentlichen als Sommerresidenz genutzt.

Nach dem im Juni 1940 Adolf Hitler verfügt hatte, Schloss Schwarzburg für besondere Zwecke des Führers als Reichsgästehaus „herzurichten“, begann ein barbarischer Zerstörungsakt an einem der bedeutendsten Barockschlösser Mitteldeutschlands. Heute kann man das Torhaus mit seiner Waffenausstellung und den Kaisersaal bewundern. Alles andere ist wegen Bauarbeiten gesperrt.

Lothar hat uns nicht nur die historische Architektur und den Prunk der Fürsten gezeigt sondern auch zu blonden Schönheiten geführt.

 

 

Für die Teilnehmer am Klassentreffen gibt es hier weitere Einblicke. Wegen des Datenschutzes natürlich nur mit Passwort.

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