Mexiko 1999


1999 war ein ganz besonderes Jahr für uns. Wir feierten unsere Silberhochzeit. Aus diesem Anlass schenkten wir uns eine Reise nach Mexiko, die Ende Oktober – Anfang November stattfand.

Hinreise

Pünktlich um 6:30 Uhr klingelte der Wecker im Hotel in Frankfurt. Zwei Minuten später ging der Fernseher an, den wir entsprechend programmiert hatten. Nach dem Duschen, Frühstücken und Auschecken warteten wir ab 8:00 Uhr auf unser Flughafen- Shuttle. Das Auto wussten wir für die Reisezeit in der Hotelgarage gut aufgehoben.

8:40 Uhr waren wir am Flughafen Frankfurt. Dort gings los mit Warten, Schlange-stehen, Reisegepäckuntersuchung und Einchecken. Um 10:45 Uhr wurden die Türen zum Flugzeug geöffnet und gegen 11:00 Uhr gings los.

Der Flug war schon was. Vor allem der Sieg des Hintern über alles andere. Elf Stunden dauerte alles mit Begrüßungstrunk, Mittagessen, Kaffee und Kuchen und Abendessen.

Kurz vor 15:00 Uhr Ortszeit landeten wir in Cancun.

Durch die Pass- und Zollkontrolle gings ganz gut. Gegen 15:30 Uhr fuhren wir mit einem klimatisierten Bus in unser Hotel Riu Tequila. 16:30 checkten wir ein. Jeder bekam ein Armband. Unsere Koffer brauchten wir nicht selbst zu tragen, da sie auf das Zimmer gebracht wurden. Wir durften zu Fuß gehen.

Bis zum Abendessen um 18:45 Uhr sahen wir uns die phantastische Anlage an. Im vorigen Jahr erbaut. Ein Traum. Einfach ein Traum. Genauso das Abendessen. Man kann essen, was man will: warm, kalt, süß, sauer, viel, wenig. Für jeden Geschmack etwas. Getränke werden an den Tisch gebracht. Alles wunderbar, exotisch. Beeindruckend waren auch die frisch gepressten Säfte. Ein Traum halt. Dazu muss angemerkt werden, dass das unser erster All Inclusive Urlaub war.

Nach dem Essen, gegen 20:00 Uhr unternahmen wir noch einen kurzen Spaziergang. Dann rief das Bett — immerhin sieben Stunden Zeitunterschied wollten verkraftet sein.

Kurz nach 21:00 Uhr haben wir das Licht ausgemacht.

Wir schliefen wundervoll … bis der Wecker klingelt.

Er war auf 08:00 Uhr eingestellt. Um 23:30 Uhr war er aber der Meinung, wir hätten genug geschlafen.

Werner hatte dann wieder seine Probleme mit dem Schnupfen. Dann gings aber für mich erholsam bis zum anderen Morgen. Kein Wunder: ein Bett war so breit wie das Doppelbett in Frankfurt. Eben traumhaft und phantastisch.

 

Der erste Tag in Mexiko

Eigentlich hatten wir uns vorgenommen, um 8:00 Uhr aufzustehen. Um 6:30 Uhr war die Nacht vorbei: Die sieben Stunden Zeitunterschied … der Wecker hätte uns sowieso im Stich gelassen.

Nach einem phantastischen Frühstück wurden wir um 10:00 Uhr zur Begrüßung gebeten. Dort wurden uns mit den wärmsten Worten die Reiseangebote der TUI geschildert. Wir entschlossen uns, die Reise nach „Atlantis“ am Freitag und Samstag mitzumachen. Deshalb packten wir unser Badezeug, holten unser Badehandtuch am Pool und suchten das TUI Büro im gegenüberliegenden RIU Yukatan, um die Reise zu buchen. Dabei sind wir an dem neuen RIU Palace entlanggelaufen. Das Gebäude ist fast 200m lang. Die Arbeiter waren wie Ameisen dabei, den letzten Schliff vor der Eröffnung zu geben.

Hotel Riu de Tequilla

 

Nach der Information im TUI – Zentrum waren wir bis ca. 13:30 Uhr am Strand. Die Atmosphäre ist einmalig.

Zurück im Hotel wollten wir „Siesta“ machen. Wir aßen Mittag am Pool — was das Herz begehrt.  Anschließend „ausruhen“ am Pool. Auf bequemen Liegen lesen, ins Wasser springen, an der Bar trinken. Wie im Paradies!

Um 17:00 Uhr wurden die Liegen eingesammelt und wir gingen in unser klimatisiertes Zimmer, um uns von den Anstrengungen des Tages auszuruhen.

18:15 feierten wir das Abendessen und bummelten danach in Richtung Playa del Carmen. Dort ist ein neuer Komplex im Bau. Die Läden an der Straße sind bereits geöffnet und buhlen mit vielen geschmackvoll eingerichteten Schaufenstern um die Gunst der vorbeilaufenden Urlauber. Im Hintergrund hört man noch die Bohrmaschinen und Trennschleifer der Arbeiter.

Um 21:00 Uhr traten Sänger im Hotel auf mit typischen mexikanischen Westen.

Um 22:00 Uhr wurde Mr. Tequilla gewählt. Sechs Männer wurden aufgefordert, auf die Bühne zu kommen, um folgende Aufgaben zu lösen:

  • Slalomlauf mit einem Chip zwischen den Knien. Der schnellste bekam die meisten Punkte.
  • Einen Luftballon zwischen die Beine klemmen und einem Tanzpartner übergeben. Dieser muss mit dem Luftballon einmal seinen Partner umrunden und den Luftballon zurückgeben. Das Paar mit den meisten Umrundungen in 45 Sekunden wurden Sieger.
  • Jeder erhält einen Hut, mit dem auf Kommandos folgende Tätigkeiten ausgeführt werden müssen:
    • Uno — den Hut aufsetzen
    • Dos — den Hut lüften,
    • Tres — den Hut dem rechten Nachbarn aufsetzen,
    • Quadro — den Hut vom linken Nachbar nehmen und aufsetzen,
    • Quinto — Den Hut dreimal lüften und „Oi, Oi, Oi“ rufen.

Derjenige, der einen Fehler macht, muss ausscheiden.

  • Für jeden Mitspieler wird ein Bettlaken ausgebreitet. Jetzt muss der Mitspieler innerhalb von 45 Sekunden möglichst viele Zuschauer holen, die sich daraufstellen. Der, der die meisten gefunden hat, gewinnt.
  • Jeder Mitspieler muss mit einer „Puppe“ (die von einem Animateur dargestellt wurde) Tango tanzen. Der Gewinner wird durch Beifallslänge gekürt.

Besuch von Playa del Carmen

Um 8:00 Uhr „quälten“ wir uns aus dem Bett. Nach der Morgentoilette lockte das Frühstück. Es ist immer wieder faszinierend, wie vielseitig und exotisch es ist, genau wie die Leute, die es genießen.

Anschließend ein Spaziergang nach Playa del Carmen (ca. 30 Minuten zu Fuß). Die gesamte Straße wird von einem Hotel nach dem anderen gesäumt, dazwischen Villen und Häuser, teils zu vermieten.

Playa del Carmen ist eine kleine Stadt. Die Straßen sind schnurgerade und alle parallel, andere rechtwinklig. Benannt sind sie wie in den USA mit Nummern, z.B. 5. Avenida.

Playa del Carmen

In der Stadt haben wir Dollars in Pesos zum Kurs von 9,6 getauscht, Land und Leute betrachtet. Viele Hotels, Restaurants und Händler, die ihre bunten Hängematten, Ponchos, Hüte, Gold- und Silberschmuck u.a. anpriesen. Sobald man stehen bleibt, um sich die Auslagen anzusehen, werden die Waren erläutert, man wird zum Eintreten und Kaufen aufgefordert.

Zum Mittag waren wir wieder im Hotel. Nach dem Essen nahmen wir uns unsere Bücher und Badetücher und genossen die Atmosphäre am Pool.

Um 14:30 Uhr nahm Werner einen Taucher- Schnupperkurs im Pool. Anschließend bereiteten wir uns auf unsere Reise der nächsten zwei Tage vor und packten unsere Sachen.

Nach dem Abendbrot lauschten wir der Musik. Zwei Gruppen ab 21:00 Uhr und anschließend Fiesta Mexicana — original mexikanische Gesangsgruppen — nur Männer.

Gegen Mitternacht gingen wir zu Bett.

 

Beginn unserer Flugreise nach Atlantis

Der Morgen begann wie immer. Nach dem Frühstück hatten wir noch Zeit und so sind wir zum Strand. Werner hat seine Schnupfennase nochmals gespült.

Gegen 11:00 Uhr fuhren wir mit dem Taxi zum Flugplatz in Playa del Carmen. Dort war Passkontrolle. Unsere Pässe wurden von der Fluggesellschaft im Safe eingeschlossen. Wir erhielten eine Papierkopie. Man sagte uns, in der Gegend sei es nicht immer sicher, und mit einer Kopie kommen wir auch überall hin und wieder zurück.

Jeder musste eine Flughafengebühr von 19 US$ bezahlen. Dann warteten wir auf den Abflug mit der Maschine der Gesellschaft „Aerofinco“. In dieser Zeit stellte sich unsere Reisbegleiterin Minou und ihre Helferin, die später einmal ebenfalls diese Tour betreuen will, vor. Mit diesen zwei waren wir 18 Personen.

Gegen 12:30 Uhr flogen wir mit fast einer halben Stunde Verspätung los. Ein „Mitflieger“ kam zu spät. In Mexico ist so etwas schon möglich. Unsere kleine AN benötigte ca. 2 Stunden bis Palenque. Wie üblich auf Flugreisen gab es auch hier gegen die Langeweile einen kleinen Imbiss. Der war eigentlich überflüssig, da wir vor dem Verlassen des Hotels am Pool noch etwas zu Mittag gegessen hatten.

Flug nach Atlantis

 

Die meiste Zeit sahen wir unter uns den Urwald. Interessant zu betrachten waren die einzelnen Ansiedlungen. Und die Verbindungswege. Schnurgerade sind die einzelnen Flecken miteinander verbunden. Hin und wieder sah man helle Flecken, die die Straßen oftmals als Anlass genommen hatten, um ihre Richtung zu ändern. Vielleicht sind das Wasserlöcher, sog. Cenoten?

Für uns drehte das Pilotenteam kurz vor der Landung eine Runde über die Maya -Ruinen. Da bekamen wir schon einen Eindruck über die gewaltigen Bauwerke. Jetzt wurden die Temperaturen in der Maschine auch wieder angenehm. Während der Reise wurde es schon ganz schön kühl, und ohne Pullover und lange Hose wäre es sicher unangenehm geworden.

Das Flughafengebäude, das uns neben der Rollbahn in Empfang nahm, hätte man hier in Deutschland vielleicht als besseren Bahnhof bezeichnet. Bei dem Flugverkehr und den Ansprüchen in Mexico ist das aber ganz natürlich, und es passt sich in die Landschaft und alle anderen Gegebenheiten ein.

Schwerbewaffnete Soldaten musterten uns. Man sah uns offensichtlich an, dass wir als Touristen keine Gefahr darstellten. Mit ein bisschen Phantasie hätte man sich aber ohne Zweifel auch eine Szene aus dem Roman „Das Grüne Ungeheuer“ von Schreyer vorstellen können.

Mit zwei kleinen klimatisierten Ford – Bussen fuhren wir nach Santo Domingo de Palenque, wie der vollständige Name des Städtchens lautet. Im ersten Bus saßen nur Deutsche, im zweiten alle anderen: zwei Niederländer, zwei Belgier und der Rest der Deutschen. Das hatte eine praktische Bedeutung wegen der Reiseführung, denn in diesem Bus erklärte Minou alles in drei Sprachen.

Palenque sieht ganz anders aus als Playa del Carmen. Insbesondere die Häuser enthalten mehr Blech und Holz und viel, viel mehr US-Reklame.

Wir hatten Zeit, um uns die Stadt anzusehen. Minou führte uns in eine Ladenstraße, in der vor allem einheimische Handwerker für die Touristen ihre Waren anpriesen. Beeindruckend waren die farbigen Bilder auf Leder, die für Taschen, Schuhe und anderes verwendet werden. Wir kauften einen Maya- Kalender auf Leder.

In der Stadt saßen vor allem die Frauen am Straßenrand und gingen ihrer Arbeit nach. Leider wollten sie nicht fotografiert werden. Interessant waren auch die Arbeiten der Männer auf dem Bau und an der Montage der Freileitung. Hier wurde uns der Ausspruch „… es dauert nur eine mexikanische Stunde..“ erst einmal richtig klar. Wir konnten nicht feststellen, dass irgendjemand auf der faulen Haut lag, aber um den Mast, auf dem der Elektriker versuchte, das Strippengewirr zu entfitzen, standen sechs Mann darunter und gaben ihm offensichtlich gute Ratschläge. Wir vermuteten, dass es ohne diese Ratschläge auch unmöglich gewesen wäre, durch das Gewirr von Leitungen durchzublicken.

Interessant waren auch die Händler auf dem zentralen Platz der Stadt. Wir kauften zwei Anhänger aus geschliffenem Stein für unsere Töchter. Und das Klingeln der Glocken der Eiswagen höre ich heute noch.

Mit den Bussen ging es dann weiter nach Misol Ha. Jetzt waren wir richtig froh, dass sie eine Klimaanlage hatten. Beim Verlassen von Palenque passierten wir eine Straßensperre. Bewaffnete Soldaten untersuchten die Passanten und ihre Autos. Uns ließ man ohne anzuhalten durchfahren. In dieser Gegend, so sagte man uns, gäbe es Rebellen. Sie kämpfen für die Freiheit der Maya. Für uns Touristen seien sie ungefährlich. Aber da gäbe es noch weitere Gruppierungen, die nicht das Wohl der Mayas in den Vordergrund stellten, sondern ihr eigenes. Und die könnten schon auch einmal eine Touristengruppe unter die Lupe nehmen.

Nach diesem „Schreck“ wurden wir durch den Anblick der Landschaft mehr als entschädigt. Der Weg in die Berge und durch die Täler, die Pflanzen am Straßenrand, die Dörfer und Bewohner beeindruckten uns sehr.

Gegen 17:30 Uhr trafen wir in Misol Ha ein. Das ganze Tal war bestimmt durch ein ständiges Rauschen. Durch die Bäume sahen wir auch schon den gewaltigen Wasserfall. Hier sollen schon Tarzan- und Indiana- Johns- Filme gedreht worden sein. Das Klima war wesentlich kühler als in allen bisherigen Orten, fast wie ein kühler Sommertag in Deutschland. Das lag bestimmt an der Berglage. Vielleicht auch daran, dass die Tageszeit schon fortgeschritten war.

[caption id="attachment_19535" align="alignleft" width="1777"] Misol Ha

Wir bezogen einen auf Stelzen ca. 30cm über der Erde stehenden Bungalow: 1 Doppelbett, 1 Kommode mit einem Fernsehgerät darauf, eine Dusche mit Propangasheißwasserbereiter an der Außenwand der Hütte und eine Toilette, natürlich ohne Brille. Der Fernseher muss schon vor Jahren ausgefallen sein, denn in dieser Luftfeuchtigkeit übersteht Elektronik kaum länger als zwei Tage.

Wir zogen uns unsere Badesachen an und gingen zum Wasserfall. Wer wollte, ging baden. Die anderen staunten und betrachteten sich den Fall von hinten. Eine tolle Kulisse.

Gegen 19:30 Uhr gab es Abendbrot im Restaurant. Man konnte wählen zwischen Fischfilet, einem ganzen Fisch, Rind und Huhn. Wir knusperten am ganzen Fisch, einem Muchara herum. Er hat gut geschmeckt, aber er hatte sehr viele Gräten und war sehr knusprig gebacken. So war es nicht leicht, an das Fleisch heranzukommen. So war zwar unser Appetit gestillt aber nicht der Hunger.

Im Dunklen gingen wir nochmals zum Wasserfall. Auch bei Nacht war das imposant. Minou erzählte uns noch ein Maya-Märchen, sozusagen als Gutenachtgeschichte. Wir sind dann ins Bett, einige wieder in die Taverne.

In unserem Bungalow entdeckten wir ein ca. 3cm großes Loch im Fußboden. Bei Tag hätte man sicher den Waldboden gesehen. Vorsorglich stellte ich meinen Schuh darauf, man kann ja nie wissen… Ob das wirklich geholfen hätte?

 

Die Ruinen von Palenque

Nach einer etwas ungewohnten Nacht unter nur einer Bettdecke mit meiner Frau klopfte um 6:00 Uhr Minou. Draußen war es noch dunkel. Natürlich war das Duschwasser immer noch so kalt wie am Vorabend. So konnte ich mich nur soweit nass machen, bis ich munter war. Die Haare blieben besser trocken. Aber das Handtuch war noch genauso nass wie ich es am Vorabend aufgehangen hatte. An diesem Morgen hatte ich den Eindruck, als würden sich die Wassertropfen allein durch das Ausatmen bilden und alle Gegenstände noch feuchter werden lassen. Sogar in den Badelatschen standen noch die Tropfen vom Vorabend. Für das Zähneputzen benutzten wir das Wasser, das uns in der Flasche bereitgestellt wurde.

Um 6:40 Uhr gab es Frühstück. Toast mit Marmelade und Rührei. Nicht ganz so fürstlich wie in Riu Tequilla, aber der frisch gepresste Orangensaft war genauso gut.

Um 7:15 Uhr fuhren die Busse. Aus den Tälern stiegen Nebelschwaden aus dem Dschungel. Als wenn jemand die Bettdecke wegziehen wollte. Die Fahrt ging an erwachenden Dörfern vorbei. Die Leute standen oder hockten am Rand und warteten auf ihre Fahrgelegenheiten. Ich bin gespannt auf die Fotografien eine im Nebel liegenden Dorfes. Man sah nur die Kirchturmspitze und hörte Hunde, Truthähne und anderes Getier, sah aber nur Wattebäuschchen, aus denen hin und wieder ein Baumwipfel herausragte. Am Straßenrand saßen einige Mayas und schauten teils neugierig, teils ablehnend auf die fotografierende und filmende Meute Touristen, die den Nebel mit ihren Apparaten förmlich durchlöchern wollten.

Weiter ging es durch die Berge und den dampfenden Dschungel. Die Eindrücke kann man kaum beschreiben.

Aqua Azul

Beim nächsten Halt standen drei Kinder im Alter von ca. 3 bis 4 Jahren vor unserem Bus. Ein Junge gab mir die Hand, kaum dass die Tür vom Bus geöffnet wurde und begrüßte mich mit „Buenos Dias!“ Über ein Brett erreichten wir eine Betonfläche, die offensichtlich das Dach einer Hütte war. Dort lagen Kaffeebohnen zum Trocknen.

Die Aussicht über das Tal war einmalig und traumhaft. Schon das entschädigte uns für das frühe Aufstehen. Die Fotos und der Film können die Atmosphäre des beginnenden Tages nur unvollkommen wiedergeben.

Die Kinder wurden von unserer Reiseleiterin mit Keksen und Knabberzeug aus dem Proviant des Flugzeuges beschenkt. Mit den Luftballons wussten sie nichts anzufangen. So etwas hatten sie vermutlich noch nicht gesehen. Minou versuchte sich zu verständigen, doch die Kinder sprachen außer der Begrüßung kein Spanisch.

Weiter gings durch die phantastische Landschaft. Vorbei an Maisfeldern, die meist nur noch aus braunen abgestorbenen Stängeln bestanden, an Dörfern, die zwischen den Bananenstauden standen, und immer wieder an Leuten am Straßenrand, die ihre schweren Lasten mit Stirnbändern trugen. Wir sahen meist Männer. Frauen und Kinder waren sicher noch mit dem Haushalt beschäftigt.

Unser nächster Halt führte uns zum Restaurant von Dona Lucia. Nach europäischen Maßstäben hätte man das Anwesen als Geräteschuppen angesehen, doch nach hiesigen war das ein Gebäude für gehobene Ansprüche. Daneben wälzte sich träge ein Fluss durch das Tal. Hier am Rande der Berge war das üblich. In Yukatan gibt es so etwas nicht. Minou meldete uns für das Mittagsmahl an, wir nahmen die Gelegenheit wahr, um zu fotografieren.

Das nächste Ziel führte uns zu den Wasserfällen von Agua Zul. Dort zerschneidet ein Fluss den Urwald, fließt von den Bergen ins Tal und bildet mit vielen Kaskaden eindrucksvolle Wasserfälle. Auch hier erwachte die Natur erst langsam aus der Nacht. Die Bewohner des nahegelegenen Dorfes bauten entlang der begehbaren Seite der Wasserfälle ihre Verkaufsstände auf. Sie wunderten sich über das frühe Erscheinen von uns. Auch das war von Minou vorbedacht. So konnten wir dieses Stück Natur ohne die Störung von Touristen genießen. Die Fotos werden hoffentlich einiges von unseren Eindrücken wiedergeben.

Um 9:45 Uhr wollten wir uns wieder auf dem Parkplatz treffen. Dort erwarteten uns drei Mädchen. In der kurzen Zeit in Mexico hatten wir noch keine Erfahrungen sammeln können, um das Alter schätzen zu können. Sie versuchten Bananen und Apfelsinen an uns zu verkaufen. Am interessantesten fand ich die Apfelsinenverkäuferin, die ihre Schüssel mit den Früchten auf ihrem Kopf freihändig balancierte und mit den Händen einen Wackelpudding auslöffelte. Sie entdeckte, dass ich sie filmte und wollte dafür 5 Pesos haben. Nach längerem Handeln hatte sie den Betrag und ich noch zwei Apfelsinen. Verena stellte fest, dass sie wie die altbekannten kubanischen Orangen aussahen und schmeckten: grün, süß und sehr saftig.

Nach eine halben Stunde Fahrt trafen wir wieder bei Dona Lucia ein. Dort war unter einem Schilfdach eine Tafel für uns gedeckt. Die Gastgeberin entschuldigte sich für die rauchenden Weihrauchbriketts, die mit ihrem Qualm die Insekten vertreiben und die Gerüche der Hühner und Enten fernhalten sollten. Es gab echte mexikanische Küche: Rind, Schwein, Huhn und Fisch. Der Fisch sah uns genauso an wie der von Vorabend. So kosteten wir von den anderen Speisen. Alles hat sehr gut geschmeckt. Angenehm überrascht waren wir von den Bohnen.

Eine Stunde Fahrt brachte uns zu den Maya-Stätten von Palenque. Unterwegs konnten wir uns nochmals die Straßensperre der Militärs ansehen. Wir wurden wie auf der Hinfahrt durchgewunken, aber ein Viehtransporter der Einheimischen wurde bis in Einzelheiten auf Waffen durchsucht. Sogar bei der Kuh wurde in den Verschlag hineingesehen.

Die Maya Stadt Palenque will ich hier nicht beschreiben. Es ist wohl besser, die Bilder und den Film zu betrachten.

Palenque

 

Die Einfühlsamkeit unserer Reiseleiterin in die Landesbewohner zeigte sich hier wieder darin, dass sie auf angenehme Art zwei Mädchen davon überzeugte, uns ihre Geburtstagsanhänger erst nach Abschluss der Führung verkaufen. So hatten wir die gesamte Zeit zwei treue Begleiterinnen. Von ihnen sahen wir, dass sie mit ihren kurzen Beinen viel flinker die ungewöhnlich hohen Stufen der Treppen an den Außenseiten der Gebäude und Tempel bewältigten als wir mit unseren langen Beinen. Als wir vom Palast in Richtung Ballspielplatz heruntergehen wollten, vermuteten einige unserer Mitreisenden, dass diese hohen Stufen der Verfolgung ein Ende bereiten würden. Sie haben sich gründlich geirrt.

Hilda und Magnolia haben es aber nicht bereut, dass sie so beständig waren. Das Geschäft hat sich für beide gelohnt. Rowena und Ariane tragen jetzt auch ihre geschnitzten Maya – Geburtsmonatszeichen.

Kräftig geschwitzt haben wir beim Besteigen des Sonnentempels. Eine wundervolle Aussicht über die Anlage war die Belohnung dafür. Die anschließende Wanderung durch den Urwald auf der Suche nach nicht ausgegrabenen Tempeln haben die Mücken von Mexiko den richtigen Geschmack an mir gefunden. Später wurde mir mehrfach gedankt, dass ich alle Gefahren von den nach mir kommenden aufgehalten habe. Selbst die eingeschmierte übelriechende Mückenabwehr hat bei mir nicht geholfen.

Auf dem Rückweg von unserem Abstecher in den Urwald kam uns einer der Busfahrer entgegen und meinte, wir müssten zurück. In Playa del Carmen regnet es stark. Der Flugplatz ist nicht beleuchtet und nicht für Nachtlandungen ausgelegt. Der Gegenwind würde die Flugzeit verlängern, und wir würden dann nicht rechtzeitig landen können.

Dir Attraktion auf den Rückflug: Jeder Fluggast, der es sich zutraute, kann für fünf Minuten die Maschine steuern. Ich war der letzte vor der Landung und musste die Maschine im Sinkflug bei 0,5 km/Min. halten. Ein paar Mal hat der Kopilot das Steuer gehen gelassen.

Dass die Mannschaft doch die besseren Flieger sind, bewiesen sie bei der Landung. Es regnete heftig. Der Wind ging in Böen. Sie stellten die Tragfläche so, dass wir darunter bequem in die Empfangshalle gehen konnten, ohne nass zu werden.

Der Abend verlief ruhig. Ob es nun der Rotwein war oder die Anstrengungen der letzten zwei Tage, wir sind schon um 23:00 Uhr in unser Zimmer gegangen.

Endlich Sonntag

Den heutigen Tag beschlossen wir zu faulenzen. Was will man sonst am Sonntag tun? Eigentlich haben wir hier schon in den ersten Tagen das Gefühl für die Zeit — Arbeit, Spaß, Anstrengung und Erholung — verloren. Hier ist jeder Tag ein Sonntag.

Letzte Nacht wurden die Uhren umgestellt. Jetzt ist auch hier Winter — bloß man spürt als normaler Mitteleuropäer nichts davon. So standen wir „schon“ um 8:00 Uhr auf und gingen zum Frühstück. Verena hatte Hunger (welch seltenes Gefühl). Danach gings zum Strand. Erst sah es so aus, als wenn es wieder regnen wollte, aber der Wind vertrieb die Wolken.

Drei Mal gaben wir uns den Wellen hin. Ein berauschendes Gefühl, wenn die so sanft aussehenden Wogen sich plötzlich überschlagen und dir die Beine wegreisen. Da spürt man die Kraft. Dabei macht es auch so viel Spaß, sich gegenseitig zu necken. Manchmal hatte ich den Eindruck, meine Frau traut mir manchmal nichts Gutes zu, Dabei wollte ich sie doch nur im Wasser auf Händen tragen. Aber vielleicht beruht dieses Gefühl auch auf Gegenseitigkeit?

Nach dem Mittagessen am Pool sitzen wir unter den Pilzdächern und lassen den Lieben Gott einen guten Mann sein. Verena hat ein wenig geschlafen, ich habe ein paar Karten geschrieben und gelesen. Die Luft ist so voller Feuchtigkeit, dass uns jede Bewegung den Schweiß auf die Stirn treibt Der Vormittag am Meer hat uns noch dazu eine Röte auf die Haut gezaubert, so dass es sich verbietet, nochmals zum Strand zu gehen. Das spürten wir aber erst nach einigen Stunden, selbst die Creme „danach“ hilft nur ein wenig.

Playa del Carmen

Der Sonnenbrand zeigt sich heute früh erst so richtig. Alles fing ganz harmlos an gestern Mittag am Pool. Deshalb wollen wir uns heute etwas von der Sonne fernhalten. Da unser Geld womöglich für die kommende Yukatan- Rundreise nicht ausreichen könnte, beschlossen wir, in Playa del Carmen welches zu holen.

Die Visa-Card besitzt keine PIN. So suchten wir fast eine Stunde nach einer Wechselstube, die meine Unterschrift anerkennt. Dabei lernten wir noch eine Reihe interessanter Menschen kennen, z.B. einen Studenten, der für irgendetwas warb, leider hab ich vergessen, wofür. Er erzählte uns, dass er die Deutsche Sprache lernt und versuchte von uns zu erfahren, wie einzelne Wörter ausgesprochen werden und wie man einzelne Sätze formuliert. Insbesondere das Reiten auf Pferden, Reiterhof und damit im Zusammenhang stehende Dinge wollte er erläutert haben.

Faszinierend fand ich auch den Verkehrspolizisten, der sich auf einer Kreuzung abmühte, die aus vier unterschiedlichen Richtungen auf ihn zuströmenden Schlangen aus Autos, Fahrräder und Mopeds, die giftig zischten, brummten und ungeduldig auf die Weiterfahrt warteten, zu bändigen. Allein mit einer Trillerpfeife bewaffnet. Viele befolgten die Anweisungen der unterschiedlichen Melodien der Pfeife, manche störten sich auch nur wenig daran. Dann aber hörte man auch ein paar zornige Triller. Ich hatte den Eindruck, man kann blind über die Kreuzung gehen. Die Melodien der Pfeife sind eine eigene Sprache. Da muss man gar nicht Spanisch beherrschen.

Die Bank, die unsere Visa-Card akzeptierte, hatte die Klimaanlage sehr kühl eingestellt. Verena hatte Angst, sie könnte sich erkälten und wartete draußen. Je länger ich mich in dem Raum aufhielt, umso angenehmer empfand ich die Temperatur. Aber der Hammer traf mich, als ich wieder auf der Straße stand. Nachdem wir (hoffentlich genügend) Geld hatten, kauften wir uns eine größere Reisetasche für die Rundreise.

Der Rückweg in das Hotel war doch anstrengender als der Hinweg in die Stadt. Die Sonne stand viel höher, der Schatten der Bäume am Straßenrand viel kleiner und die Anzahl der Leute, denen wir auswichen, viel größer. Das Mittagsbuffet entschädigte uns jedoch.

So ganz getrauten wir uns nicht, uns so richtig auszuziehen, denn die Rolle als Rothäute wollten wir nicht spielen. So blieben wir im Schatten am Pool. Verena versuchte ihre Langeweile durch eine Wassergymnastik zu verscheuchen und ich durch Lesen.

Ich glaube, wenn wir längere Zeit hier wohnen würden, könnte man sich auch an diesen Müßiggang gewöhnen. Vielleicht käme auch wieder unsere wahre Natur durch und wir müssten wieder auf Entdeckungsreisen gehen oder andere nützliche Beschäftigung suchen.

Noch ein Tag im Hotel

Wir stehen spät auf. Nach dem Frühstück können wir uns zu nichts richtig durchringen. So bleiben wir im Schatten am Pool. Pflegen unseren Sonnenbrand und schlagen die Zeit tot. Jeder auf seine Weise. Verena stickt, liest und träumt. Werner liest und liest und liest. Es ist schon eigenartig, dass man bei diesen Temperaturen an Weihnachten denken kann, denn die Motive von Verena Stickereien lassen vor meinem geistigen Auge verschneite Straßen, Bäume, Häuser und beleuchtete und geschmückte Tannen entstehen. Zu dieser Zeit sehnen wir uns garantiert wieder nach der Sonne, die wir hier gerade versuchen zu meiden.

Nachmittags packen wir unsere paar Sachen und gehen bummeln. Für unsere Töchter suchen wir ein paar Mitbringsel. In den in der Nachbarschaft vom Hotel entstehenden Verkaufspassagen holen wir uns Anregungen. Interessant sind ein paar T-Shirts mit sinnigen Sprüchen. Damals konnte ich herzlich darüber lachen, heute, wenn ich am Computer sitze und mühsam die Tasten suche, hab ich sie alle wieder vergessen. Also können sie doch nicht so einprägsam gewesen sein und es war gut, dass wir keines gekauft haben. Erst am Abend, als eine ganze Reihe einheimischer Händler ihre Stände im Hotel aufgebaut haben, Ihre Sachen und Künste anbieten, entdecken wir einen wunderschönen Poncho für Ariane und eine volkstümliche Decke, die auch Rowena gefallen könnte.

Der Gold- und Silberschmuck sticht förmlich in die Augen. Die Lampen sind in der anbrechenden Dämmerung geschickt angeordnet, so dass man fast magisch angezogen wird. Jetzt kann ich mir vorstellen, wie einer Motte zumute ist, die eine brennende Kerze entdeckt. Bloß gut, dass bei uns der Verstand noch nicht versagt hat, denn die Preise ernüchtern wieder. Fasziniert sind wir von einem Airbrush-Künstler. Beide denken wir sofort an Rowenas Freund Stefan, dessen Ausbildung vielleicht auch dieses Fach beinhaltet. Beim Zusehen entdecken wir, wie trickreich und mit vielen Einfällen ein solches Bild entsteht. Ähnlich wie beim Schmuck sprechen hier die Motive an, die durchaus Illustration zu Science-Fiction Romanen hätten sein können.

So im Nachhinein fällt es mir schwer, alle Eindrücke zu schildern. Man müsste viele Seiten beschreiben, um nur annähernd die Gefühle auszudrücken, die mich beim Ansehen und Zusehen bewegen. So ist unbedingt noch ein Maler zu erwähnen, der mit seinem Zeigefinger streichholzschachtelgroße Bilder malt. Als unsere Töchter noch in den Kindergarten gingen, versuchten wir das auch. Heute muss ich neidlos anerkennen, dass es andere darin zur Meisterschaft gebracht haben.

Vor der allabendlichen Unterhaltung packen wir noch unsere Koffer, die wir im Hotel lassen wollen, und die Reisetasche für den nächsten Tag.

Am Abend genießen wir bei Drinks und Mixgetränken von der Bar Ausschnitte aus dem Musical „Greace“. Das war ein schöner Ausgang eines an sich ereignisarmen und erholsamen Tages.

Beginn unserer Rundreise durch Yukatan

Unsere Rundreise beginnt um 8:45 Uhr. Vorher haben wir feudal gefrühstückt, im Hotel ausgecheckt und unsere Koffer im eigens dafür vorgesehenem Raum eingestellt.

Wir fahren mit einem klimatisierten Bus. Unser Reiseführer stellt sich als „José“ vor. Der Busfahrer heißt Pedro Gonzales und sei der zweitschnellste in Mexico. Der schnellste heißt Speedy Gonzales…

Wir warten noch eine Weile vor unserem Hotel. Als keiner mehr kommt, fahren wir noch zum „Yukatan“. Dort steigt auch keiner mehr ein. So geht es in Richtung Südwesten. Auf halber Strecke zu unserem ersten Ziel erwarten uns im Robinson Club weitere Mitreisende.

Unser erstes Ziel, Tulum. ist gar nicht so weit. Von dem Ort sehen wir nur ein paar Hinweisschilder. Vor der eigentlichen Touristenattraktion, der Ruinenstadt am Meer, haben sich Einheimische angesiedelt und versuchen ihre Waren an den Mann und die Frau zu bringen. Wir können bei vielen Dingen nicht so richtig entscheiden, was wahre Volkskunst ist oder nur billig nachgemachter Plunder. Josè lässt uns auch gar keine Zeit, um uns umzusehen, denn unser Ziel liegt noch ca. 500m zu Fuß vor uns. Das bedaure ich ein wenig. Zwischen den Hütten entdecke ich einen hohen Pfahl. Dort sind einige bunt bemalte und mit Federn geschmückte Mayas damit beschäftigt, an der Mastspitze irgendwelche Vorführungen für Zuschauer zu vollführen. Vielleicht ist das der Sonnentanz, von dem ich in irgendeinem Reisführer gelesen habe? Verena meint, dazu hätten wir auf dem Rückweg noch Zeit. Doch da war die Vorstellung leider zu Ende.

Tulum

Auf dem Weg zur Ruinenstadt überholte uns ein Zug mit gummibereiften Wagen, auf denen Bänke angeschraubt sind, und einer als Lok ausgebildeten Zugmaschine, die einen Benzinmotor hat. Die Fahrgäste werden bequemer zum Ziel gebracht als wir. Aber so hätten wir gar nichts von dem Urwald am künstlich aufgeschütteten Damm gesehen. Hier steht alles unter Wasser. Bestimmt gibt es hier am Abend auch viele Mücken. Die Pflanzenwelt sieht hier auch ganz anders aus als in Playa del Carmen oder in Palenque.

Durch einen engen Durchgang durch die alte Stadtmauer erreichen wir eine weite Ebene, auf der eine ganze Reihe von Maya- Bauten zu sehen sind.

Josè erklärt uns die Anordnung der Gebäude: Wohnstadt, Regierungsstadt, Tempelstadt und Totenstadt. Ein wenig stören die vielen Touristen. Am Meer steht ein Leuchtturm. Vor tausend Jahren sollen an der Küste im Abstand von ca. 20 km überall solche Türme gestanden haben. Die Stadt wurde um 1550 verlassen. Sie ist also relativ jung.

Der Steilhang ist ein tolles Fotomotiv. Dort, wo früher die Boote der Mayas gelegen haben, tummeln sich heute Kinder in den Wellen des Karibischen Meeres.

Das gewohnte schöne Wetter hat sich etwas zurückgezogen. Es fängt an zu nieseln. Wir brechen unsere Besichtigungstour ab und flüchten unter ein Palmendach, das vermutlich genau für diesen Zweck auf vier Stützen inmitten einer weiten Fläche aufgebaut wurde. Dort gesellen wir uns zu anderen Touristen. Nicht alle Sprachen, die dort gesprochen werden, können wir identifizieren. Der Regen lässt nach. Ein paar Tropfen schaden uns sicher nicht, denn bei der Wärme verdunsten sie ganz schnell. Wir gehen zurück zu der Ansammlung von Verkaufsständen, um auf die Weiterfahrt zu warten. Dort entdecken wir einen Maya-Häuptling, der sich mit Fremden fotografieren lässt und dann pro Aufnahme 5 US$ verlangt. Verena versucht eine Fernaufnahme. Da bin ich auf die Bilder gespannt.

Unsere Reise führt uns jetzt auf einer schnurgeraden Straße mitten durch den Urwald. Aber nur der Anfang der Straße war gut. Später muss der Bus immer öfters um Schlaglöcher herumfahren oder, wenn er nicht ausweichen kann, langsam hindurchfahren.

Wir halten in Coba. Das ist eine Stadt aus einer frühen Mayakultur. Uns fasziniert das Observatorium. Auf einer hohen und steilen Pyramide ist in diesem Gebäude eine Öffnung, durch die die Sonnenstrahlen fallen. An markanten Punkten kann man das Datum ablesen: zur Tag- und Nachtgleiche im Frühling und im Herbst, am längsten Tag im Sommer und am kürzesten Tag im Winter. So bestimmte man den Kalender. Uns erstaunt, dass schon vor mehr als Tausend Jahren die Zeitrechnung der Mayas so genau war, dass sie einen mittleren Fehler von wenigen Minuten im Jahr hatten. In Europa zur damaligen Zeit fand Weihnachten im Sommer statt, weil der Datumsfehler zu solchen Verschiebungen geführt hatte.

Coba

Die höchste Pyramide ist 42m hoch. Nur die Mutigen erklettern diese. Das sieht gefährlich aus. Fast alle Stufen sind verwittert und mit der Festigkeit scheint es auch Probleme zu geben. Außerdem sind sie alle unterschiedlich hoch und breit. Aber der Ausblick über den Urwald entschädigt wieder einmal für die Anstrengungen. Von hier sieht man auch die einzigen Seen in ganz Yukatan. Ansonsten gibt es auf dieser Halbinsel kein Oberflächenwasser, nur die Cenoten. Das sind Zugänge zu den unterirdischen Flüssen.

Wie überall in den Maya-Städten darf auch in Coba nicht der Ballspielplatz fehlen.

Auf der Weiterfahrt halten wir in einem Restaurant. Dort, so wird uns versichert, werden alle hygienischen Bedingungen eingehalten. So können wir uns von dem Buffet bedienen. Weil noch etwas Zeit bis zur Abfahrt ist, finde ich interessante Bäume und Sträucher in der Umgebung. Die stachligen Früchte eines Strauches, so erklärt uns Josè, wird für die Gewinnung des typischen roten Farbstoffes der Maya verwendet. Alle, die es wollten, bekamen ein paar Körnchen in die Hand und konnten sich damit beschmieren.

Mayadorf

 

Auf der Weiterfahrt schickte sich die Sonne an, ins Bett zu gehen. So war es sehr interessant, durch eine nächtliche Stadt zu fahren. Einige der Mitfahrer haben das erst recht spät gemerkt, da die Anstrengungen des ersten Tages an den Augenlidern zerrt.

In Chichen Itza kommen wir gegen 19:30 Uhr an. Wir belegen unser Zimmer und staunen über die beeindruckende Ausstattung. Die Möbel erinnern an Filme aus der Kolonialzeit. Die Betten sind schön breit. Heute Abend werden wir bestimmt herrlich darin schlafen.

Nach einer kühlen Dusche gehen wir wieder nach unten. Eine Hotelhalle gibt es so. wie wir es kennen, auch hier nicht. Alles ist mit der Natur verwoben. Vom Hotelpark kommt man mit wenigen Stufen zu dem Tisch, den wir uns ausgesucht haben. Sofort stehen zwei sehr freundliche Ober neben unserem Tisch. Da wir nur zu zweit sind, räumen sie die anderen zwei Gedecke wieder ab. Beim Betrachten der Weinkarte muss ich erst einmal schlucken. denn die Preise der ausländischen Weine erscheinen mir sehr hoch. So entschließen wir uns zu einer Flasche mexikanischem Rotwein. Die Wahl bereuen wir nicht. Das Essen können wir uns von einem Buffet zusammenstellen. So kann jeder nach Belieben und Geschmack wählen. Heute ist ein „Mexikanischer Abend“. Wie nicht anders zu erwarten ist alles sehr wohlschmeckend.

Gegen 21:30 Uhr bestätigt sich die vorgebildete Meinung von den Betten. Wir schlafen schnell ein.

 

Chichen Itza

Kurz vor halb Sieben klingelt das Telefon: Aufstehen. Ab Sieben gibt es Frühstück, dann geht es zu Fuß zu den nahegelegenen Maya-Ruinen. Vom Hotel aus sahen wir schon die „Spitzen“ der Pyramiden. Das hier ist eine riesige Anlage. Wir kommen aus dem Staunen nicht heraus, als uns Josè erzählt, dass mehrere Generationen eine Fläche von 600.000 m2 auf 2 m Höhe aufgeschüttet haben. Darauf wurden alle die anderen Gebäude und Pyramiden errichtet. Alle sprechen ihre eigene Sprache. Bei allen spielen Zahlen, Monate und Jahreszeiten eine große Rolle.

Chitzen Itza

Die wohl bekannteste Pyramide ist genau nach den Himmelsrichtungen gebaut. Sie wurde in neun Etappen errichtet. 91 Stufen auf jeder der vier Seiten, die eine Steigung von 45° haben, führen zum Altar. Das sind 364 Stufen. Rechnet man das Gebäude oben, also den Altar, mit, so haben wir die 365 Tage des Jahres.

Bei der Tag- und Nachtgleiche im Frühling und Herbst trifft die Sonne die Kante der Pyramide so, dass diese einen Schatten auf die danebenliegende Treppe wirft. Durch die Sonnenbewegung scheint dann eine Lichtschlange vom Himmel auf die Erde zu kriechen. Ein Schauspiel, das sich jetzt noch Hunderttausende jährlich ansehen.

Auch hier gibt es ein Observatorium mit mehreren Fenstern. Wie in Coba hat man anhand des Sonnenstandes den Kalender berechnen können.

Hier ist der wahrscheinlich größte Ballspielplatz mit ca. 60 m x 120 m erbaut worden. An den Seiten sind Reliefs, die die Spieler darstellen. Sieben auf jeder Seite. In der Mitte ist eine sehr bekannte Szene abgebildet, auf der ein Spieler geopfert wird.

Die Halle der tausend Säulen ist schon wegen der Architektur interessant. Dass über die Jahrhunderte das Dach zerstört wurde, ist verständlich, aber bei den Stützsäulen findet man neben den runden Säulen der Mayas auch viereckige der Tolteken. Diese sind durch Reliefs und Hieroglyphen verziert. An einigen sind noch die Reste der farbigen Bemalung zu erkennen.

Dieses „Schwitzen Itza“ ist schon gewaltig.

Gegen 12:30 Uhr brechen wir auf und fahren zum Essen: Mexikanisches Buffet. Anschließend geht die Reise in Richtung Uxmal.

Josè kann uns mit der nächsten Etappe wieder beeindrucken. Wir halten an einem Maya-Friedhof. Hier spürt man die unterschiedlichen Ansichten über das Leben und den Tod ganz deutlich. Alles ist bunt bemalt. Man erhält den Eindruck, dass der Tod gar nicht so schlimm ist. Es muss nicht immer so düster wie in Deutschland sein.

Friedhof

Das Hotel in Uxmal besteht aus einem Dach aus Pfeilern mit einer Theke als Empfangsraum. Die Hotelzimmer sind als zweistöckige Maya-Häuser im Gelände verstreut. Wir staunen über die Mühe, die man sich allein mit den Schnitzereien der Zimmertür gegeben hat. Das Bad ist riesig. Hier finden wir auch den „Mexikanischen Spiegel“, wie ihn meine Arbeitskollegen ihn bei dem späteren Reisebericht genannt haben. Geht man bei einem üblichen Spiegel nach links, so geht das Spiegelbild mit. Hier geht das Spiegelbild nach rechts! Auch alles andere ist gegenüber den bekannten Spiegeln seitenverkehrt. Bei den Lampen am Bett suche ich den Schalter — vergeblich. Die Lampe wird durch Berühren des Metallhalters eingeschaltet und in ihrer Helligkeit eingestellt.

Wir machen uns frisch und bereiten uns auf die Lichtshow in den Ruinen vor. Den Weg zu unseren Plätzen finden wir noch bei Tageslicht. Uns werden Hörgeräte mit Infrarotempfängern ausgehändigt. So können wir nach anfänglichen Problemen bei einem Gerät die Veranstaltung in Deutsch verfolgen. Wir nehmen an einer Schulstunde eines Priesters für Kinder teil und rufen „Chaac“ den Regengott an. Hoffentlich hört er dieses Mal nicht auf uns. Wir haben doch Urlaub und brauchen den Regen nicht so dringend. Die Geschichte der Maya als Lichtshow. Es ist schon kurios, wie so etwas wirkt. Der Clou, nach Ende der Show ist der Strom weg. Im Dunkeln tappen wir ins Hotel und zum Abendbrot. Es ist richtig romantisch, auf den Tischen brennen Kerzen und dazu spielen einheimische Musikanten, nicht besonders gut, aber sehr romantisch. Das Essen kommt trotzdem, denn man kocht mit Gas und braucht keinen Strom. Wir trinken jeder zwei Bier und essen dazu eine Platte „Yukatan“ — gegrilltes Schweine-, Rind- und Hühnchen Fleisch mit Tortillas. Das alles wird auf einem Keramikschwein serviert, toll angerichtet und schmeckt vorzüglich, leider viel zu viel.

Satt und zufrieden liegen wir 22.00 Uhr in unserem Bett und schlafen durch bis zum nächsten Morgen.

 

Uxmal – Merida

Pünktlich 6.30 Uhr klingelte das Telefon. Frühstück gab es ab 7.15 Uhr. Es haperte etwas an Brot, aber ansonsten war es gut. 8.15 Uhr brachen wir in Richtung Ruinen von Uxmal auf. Mittlerweile brannte auch wieder der Planet. Die ganze Anlage ist etwas kleiner als die von Chichen Itza, dafür das, was ausgegraben wurde, mit tollen Verzierungen versehen. Überall, an allen Ecken und vielen Seiten sehen wir die Maske des Regengottes Chaak. Von den Mosaiken und Ornamenten ist sehr viel erhalten. Auch die Schlange spielt in den Motiven immer wieder eine große Rolle. Auch hier wurden wieder Unmengen von Baumaterial aufgehäuft, um darauf erst die Tempel zu errichten. Die Hauptpyramide ist oval. Sie ist die einzige Pyramide mit dieser Form in diesem Gebiet. Teilweise sind die Anlagen sehr gut erhalten und man fragt sich, für wie viele Menschen wurde das seinerzeit von wie vielen Menschen erbaut? In Uxmal ist es ein ständiges treppauf, treppab, denn die einzelnen Anlagen liegen auf verschiedenen Anhöhen. Manches könnte man stundenlang betrachten. Aber wir haben ja noch allerhand vor.

Uxmal

Nach der Besichtigung geht es nach Kabah — ein recht kleines archäologische Areal. Dafür sehr interessant. Es gehört der Zeit der Nachklassik an und ist längst nicht mehr so toll verziert wie Uxmal.

Kabah

Weiter geht die Reise nach Merida. Merida ist mit 1 Mio. Einwohnern recht groß für dieses Gebiet. Die Straßen sind nach amerikanischem Vorbild angelegt, rechtwinklig und gerade und mit Zahlen bezeichnet. Wir besuchten ein Museum über die Kultur und Geschichte der Maya, alles nochmal zusammengefasst auf einen „Blick“. Dann suchten wir eine Gelegenheit zum Essen und landeten in einem Restaurant für Kreolen. Es spielt dezente Musik und es gab auch eine Speisekarte auf Englisch, mit vielen Bildern. Werner aß ein Gericht des Hauses, das ihn etwas enttäuschte. Es schmeckte zwar, war aber nicht sehr sättigend. Dünn gehobeltes Fleisch (durchwachsen) war wohl eher zäh. Verena aß Reis mit Hähnchen und gebratenen Bananen, zu viel, sehr sättigend und wohlschmeckend.

Merida

Danach hatten wir eines unserer eindrucksvollsten Erlebnisse in diesem Land. Wir besuchten die Markthalle von Merida. Es war phantastisch. Dort gab es alles: Gemüse, Gewürze, Klamotten, Schuhe, Tiere, eine Schlachtabteilung, Kerzen, Süßigkeiten, Tand. Ein kleiner Junge hatte eine kleine Boa in seinem Hemd versteckt und zeigte sie ab und an. Da war der Rynock in Moskau gar nichts dagegen. Hier hätte ich noch Stunden zubringen können, aber wir wollten ja zum Hotel und außerdem noch einige Einkäufe tätigen. Wir gingen dann an vielen Geschäften vorbei und landeten in einem kleinen Laden, der auch alle Souvenirs anbot. Der Clou, ein einem glitzernden Stein beklebter Borkenkäfer. Wenn der auf dem Arm saß, fing er an zu laufen. Blieb dann aber auch wieder stillsitzen. Dort erhandelte eine von den mitreisenden Italienerin Hängematten. Es war ein Spaß, dem Gefeilsche zuzusehen. Dann bezogen wir das Hotel. Nach dem Duschen bummelten wir noch etwas durch die Stadt und aßen im Hotel noch jeder einen Salat und tranken Wein dazu. Um 22:00 Uhr war für uns Nachtruhe.

Rückfahrt zum Hotel Riu Tequilla

Wie immer um 6:30 Uhr wecken. Die Nacht war nicht sehr angenehm. Die Klimaanlage machte Krach aber keine Kühle. So hat Werner sie mitten in der Nacht abgeschaltet und das Fenster geöffnet. Nun kam der Krach von draußen.

Unsere erste Etappe an diesem Tag war eine Sisalfabrik. Schade, dass die Leute kurz nach unserer Ankunft eine Pause einlegten. So konnten wir nicht alles in Aktion filmen. Am beeindruckendsten war ein kleiner Junge, der mit einem älteren Herrn Seile drehte. Sie erhalten für 1 kg gedrehtes Sisalseil etwa 1,20 DM Lohn. Davon muss der Anbau und die Fertigung bezahlt werden.

Sisalfabrikation

Interessant war auch unsere nächste Station: Eine unterirdische Cenote. Hier bildeten sich in Jahrtausenden Tropfsteine. In dem Wasser kann man sogar schwimmen. Es wird auch als Trinkwasserreservoir für das nahe Dorf genutzt. Mich beeindruckte insbesondere das Leben um die Cenote. Hier versuchen die Einwohner durch den Tourismus noch etwas dazuzuverdienen. Frauen webten und stickten, um das später zu verkaufen. Kinder priesen Postkarten an und konnten ganz traurig und den Tränen nahe betteln, man solle ihnen doch etwas abkaufen. Zwischen Steinen brannte ein Feuer, worauf das Mittagessen zubereitet wurde.

Cenote Xkeken de Dzitnup

Auf der Weiterfahrt gab es noch einen Zwischenstopp in einer Kooperative zum Andenkenkauf. Das nutzen wir reichlich aus.

Ankunft im Hotel um 15:30 Uhr. Hier mussten wir uns erneut einchecken und bekamen diesmal ein Zimmer in der Nähe des Hauptgebäudes. Am Abend wurde ein Tanzfestival für die Gäste veranstaltet. 10 unterschiedliche Paare mussten sich nach unterschiedlichen Rhythmen bewegen. Die Sieger wurden durch Beifall ermittelt.

Zeitvertreib im Hotel

Heute wollen wir mal nichts unternehmen nach den vergangenen erlebnisreichen Tagen. Das muss wohl Chaak erzürnt haben, denn nach dem Frühstück, das wir an diesem Tag ganz ausführlich genossen, schickte er eine ausgedehnte Dusche. Verena fühlte sich an diesem Tag nicht ganz so wohl, denn erstens hat sie sich mit ihren weißen Hosen in Marmelade gesetzt und konnte die Hose wegen des Regens nicht wechseln und zweitens war ihr Kreislauf auf die sehr hohe Feuchtigkeit nicht eingestellt. Nach einiger Zeit gingen wir in unser Quartier und versuchten unser Glück mit Lesen und Sticken am Pool. Bis zum Mittagessen…

Hier hielt uns ein unvorstellbarer Regenguss fest. So beobachteten wir die Leute, die den Regenvorhang passierten, der durch das vom Dach rauschende Wasser bildete. Die meisten bückten sich, um weniger naß zu werden, was aber eigentlich unlogisch ist. Die Reflexe funktionieren aber halt ohne Gehirn. In einer kurzen Regenpause sprinteten wir in unser Zimmer. An Spazierengehen oder gar Baden war an diesem Tag nicht mehr zu denken. Ich sichtete einige der aufgenommenen Videokassetten und Verena ihr Buch, später sie sich selbst von innen.

Nach dem vorzüglichen Abendessen war wieder ein Spiel mit den Gästen angesagt. Ein Tanzfestival wurde veranstaltet. Mehrere Paare auf der Bühne mussten vier Kommandos beachten:

  • Ron — alle tanzen,
  • Whisky — alle bleiben in der momentanen Position stehen ohne sich zu bewegen.
  • Tequila — schnell einen neuen Partner suchen
  • Sex an the Beach — die Dame auf den Arm nehmen.

Im Auswahlverfahren wurden die Sieger gesucht. Wir haben uns köstlich amüsiert. Anschließend entspannten wir uns bei einer Tanzdarbietung der Tanz- und Animiergruppe.

Der letzte Tag in Mexiko

Nach dem Frühstück wollten wir unsere letzten Peso umsetzen. Unterwegs hat uns Margarito beim Allegro Ressort weggefangen und uns in eine Werbeveranstaltung geschleppt. Dort wollte man uns als Mitglied in dem Ressort-Ferienclub werben. Unserer Meinung nach rechnet sich das für uns nicht, denn der Mitgliedsbeitrag beträt ca. 23.000 DM.

In Playa del Carmen sprach uns ein Passant an und lud uns in „seinen“ Laden ein. Dort interessierte uns ein Maya-Kalender aus Holz, der 800 Pesos kosten sollte. Wir hatten aber nur noch 440! Im Ergebnis der längeren Verhandlungen haben wir ihn für 300 Pesos mitgenommen. Jetzt hängt er als Trophäe in unserem Hausflur.

Nach dem Mittagessen waren wir nochmals im Meer. So fantastische Wellen gab es selten während unsrer Tage hier in Mexiko. Aber auch die Sonne meinte es sehr gut mit uns. Nach zwei Stunden brachen wir ab und versuchten unser Heil im Schatten am Pool, da sich meine Haut langsam rötete. Im Nachhinein waren wir mit Verena Medizin „nach dem Sonnenbad“ gut beraten. Am Pool bewunderte eine ältere Amerikanerin des „painting“ meiner Frau: sie stickte Weihnachtsmotive.

Am Nachmittag rangen wir uns durch, die Koffer zu packen. Nach dieser wunder-schönen Zeit war das mit ein bisschen Wehmut verbunden.

Rückflug

Frühstück — ganz normal wie immer. Äußerlich jedenfalls. Innerlich kam mir das fast so wie ein Henkersmalzeit vor. Danach hatten wir noch ein wenig Zeit, kurz mal am Pool eine Runde zu laufen. Unsere Koffer packten wir jetzt komplett, brachten sie zur Rezeption und checkten aus.

12:30 Uhr Abfahrt mit dem Bus zum Flug-hafen

15:30 Uhr Start von Cancun bei 27°C und Sonnenschein.

Wir flogen in die Nacht. Viel Zeit haben wir mit Dämmern, Dusseln und Schlafen verbracht.

Deutschland

Den Sonnenaufgang erlebten wir noch über dem Atlantik. Wir sahen die Küste von England und verfolgen an der auf den Displays eingeblendeten Karten die Annährung an Frankfurt. Diese Displays und die Durchsage des Flugkapitäns bereiteten uns auch auf eine schreckliche Tatsache vor: Nieselregen und 5°C.

Die Landung und Abfertigung gingen zügig voran. Der Shuttle zum Hotel hat nicht auf sich warten lassen. So konnten wir unsere Parkgebühren begleichen und mit dem Auto in das kalte und unfreundliche Deutschland starten.

Die Heimat hatte uns wieder. Mir schien, das Wetter war ein abgekartetes Spiel, um uns auf die Arbeit und alle Pflichten vorzubereiten und uns zu sagen, die Silberhochzeitsreise ist zu Ende.