Nepal Tag 4-Bhaktapur -04 Taumadhi Tole

Das Heiligtum ist über 30 m hoch. Er ist der Göttin Durga Mahisamardini (Besiegerin des Büffeldämons) geweiht, die volkstümlich unter dem Namen Bhagvati bekannt ist. Die auf der Südseite vom Platz aus steil nach oben führende Treppe flankieren fünf Skulpturenpaare, deren Kraft sich aufsteigend jeweils verzehnfachen soll. Den Beginn bilden die populären Ringer Yayamalla und Phatta, zehnmal so stark wie sterbliche Menschen. Über ihnen thronen Elefanten, gefolgt von Löwen und Greifen. Den Abschluss gestalten die beiden tantrischen Gottheiten Simhini und Byaghrini. Der Bau besticht durch seine Eleganz und Harmonie und dominiert den Platz.

Schräg gegenüber liegt der Bhairava Mandir (Biswanath-Tempel). Der rechteckige, auf der Erde ruhende Bau ist dem Gott Shiva in seiner furchterregenden Gestalt geweiht. Wahrscheinlich geht das Heiligtum in seinen Ursprüngen auf den Beginn des 17. Jh. zurück, um mit dem daneben stehenden Nyatapola zu harmonieren und das religiöse Gleichgewicht zwischen den beiden so wichtigen Gottheiten zu wahren.

Der Taumadhi Tole ist ein wunderschöner Platz. In einem historischen Gebäude, einer kleinen Pagode, ist das „Cafè Nyatapola“ untergebracht. Da oben kann man über den idyllischen Platz schauen und das exotische Leben genießen. Auf dem Platz befinden sich viele Andenkenläden und fliegende Souvenirhändler bieten ihre Ware feil.

Wir haben etwas Freizeit und genießen den Anblick der wunderschönen Gebäude, gehen noch einmal zurück zum Goldenen Tor, denn jetzt scheint die Sonne darauf und es erstrahlt und blinkert.

Hier treffen wir zwei Jungen, die uns ansprechen und nach einem kurzen Gespräch über unser Woher laden sie uns ein, sie und ihre Schule zu besuchen. Es ist eine Paintingschule, in der die Jungen das Malen lernen. Sie zeigen uns, was für Farben sie verwenden und wie sie stufenweise das Malen der Bilder erlernen. Die nepalesische Rollbildmalerei, Thanka, erlangte zuerst mit dem Buddhismus Bedeutung, hinduistische Thankas folgten später. Zu der anfänglich religiösen Thematik gesellte sich ab dem 15. Jh. die Wiedergabe architektonischer Motive wie Stupa und Tempel. Später beeinflusste der Tantrayana-Kult die Bilder.

Der Künstler spannt Baumwollstoff fest auf einen hölzernen Rahmen, trägt eine Grundierung aus Kalk-Lehmgemisch auf, die durch Abschleifen geglättet wird. Dann kann Farbe aufgetragen werden.

Die Jungen stellen uns ihren Meister vor und dieser zeigt uns die unterschiedlichsten Thankas und erläutert uns die Bilddarstellungen, Buddha in allen Lebenslagen, die Darstellung des Lebens in verschiedenen Variationen, die Welt, es sind die unterschiedlichsten Themen, die gemalt werden. Alle Bilder sind wunderschön, haben unterschiedliche Anteile von Goldmalerei. Dieser Goldanteil, die Größe und die Perfektion der Malerei bestimmen den Wert der Thankas.

Wir entscheiden uns für eins, Beschreibung des Lebens. Es wird schön verpackt, mit einem bunten „Schlips“ als Gütesiegel versehen und wir gehen wieder zur fünfstöckigen Pagode zurück.