Israelreise 6. Tag, Mittwoch, Am See Genezareth

Was stellt man sich unter einem Kibbutz vor? In den schweren Anfängen des Staates Israel siedelten die Juden oft in einem befestigten Dorf, um sich vor den Angriffen der Araber und Palestinenser zu schützen. Das war der Kibbutz. Heute ist das Kibbutz Gästehaus ein komfortables 4 Sterne Hotel. Wir sitzen auf unserem Balkon und genießen bei einem Blick auf den See die warme Luft und das Gezwitscher der Vögel. Heute waren es 28°C. Wir wünschten, einen solchen Sommerabend häufiger in Deutschland erleben zu können. Aus der Heimat erreicht uns die Kunde, dass es heute früh Neuschnee gegeben haben soll.
Unsere erste Etappe führt uns auf den Berg der Seligpreisungen. Hier genießen wir den Blick auf den See und die Golanhöhen. Unser Reiseleiter erzählte uns, dass die letzten drei Jahre wegen der Sicherheitslage kaum Touristen das Land bereist haben. Heute stehen mir viele Menschen in und um der Kirche der Seeligpreisung vor der Linse. Bergab zu Fuss. Ringsum viele Blüten. Das soll Winter sein? Bei 28°C! Wohl denen, die zu Hause in der letzten Nacht Neuschnee hatten. Bei einer kurzen Rast spielt uns unser Reiseleiter Brahms das deutsche Requiem „selig sind die da Leid tragen“ vor. Unten angekommen erwartet uns das St. Petrus Kirchlein. Hier soll Jesus seine ersten Jünger gefunden haben. Nach ca. 10 Min zu Fuss erreichen wir die Brotvermehrungskirche. Das byzantinische Mosaik in der modernen Benediktinerkirche in Tabgha erinnert an die Speisung der 5000. Wir sahen sogar den Stein, auf den Jesus sein Brot gelegt hat. Der Abstecher auf die andere Seite des Sees führt uns über den Jordan (ein Schelm, der sich etwas anderes denkt). Dort hat Jesus einem Mann die bösen Geister ausgetrieben, die dann in eine Herde Schweine fuhren. Die Schweine rasten in den See und ertranken mit den bösen Geistern. Heute steht da in Kursi die Ruine einer byzantinischen Kapelle. Die gut erhaltenen Mosaike zeugen von der Meisterschaft der damaligen Handwerker. Im Fischerort Kapernaum am See Genezareth können wir die Steine sehen, auf denen Jesus gelaufen ist. Die Reste des Elternhauses von Petrus sind durch eine Glasabdeckung geschützt, die leider beim Fotografieren einige Reflexe erzeugt. Gleich daneben in der Rekonstruktion der Synagoge wird eine Gruppe Ukrainischer Christen gesegnet.
Wie wäre es mit einem Petersfisch frisch vom Grill zum Mittagessen? In der für größere Reisegruppen ausgelegten und gut organisiertenq Gaststätte St. Peter ist das ein Erlebnis für unseren Gaumen. Anschließend entspannen wir bei einer Bootsfahrt über den See. Heute war das Wasser spiegelglatt. Vor mehr als 2000 Jahren hat Jesus die Wellen beruhigt, als er mit seinen Jüngern über den See übersetzen wollte.

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