Auf der Seidenstraße Zwischenlandung in Almaty

Bei dem Flug in die kirgisische Hauptstadt Bischkek via Almaty begrüßen uns bei der Zwischenlandung in Almaty  die weißen Gipfel des Tienschan. Wir hoffen, diese dann bei unserem Aufenthalt hier noch einmal zu Gesicht zu bekommen.

Auf der Seidenstraße in der Deutschen Kirche

In Taschkent besuchen wir die evangelisch-lutherische Kirche und haben Gelegenheit, mit Ludmilla, der Pastorin, zu sprechen. Hier versammelt sich eine relativ kleine Kirchgemeinde. In den letzten Jahren war sie viel größer, weil die von Stalin deportierten Wolgadeutschen auch in Taschkent gestrandet waren. Inzwischen sind viele der Gemeindemitglieder nach Deutschland ausgewandert. Die Predigt zum Gottesdienst wird sowohl in deutscher als auch in russischer Sprache abgehalten. Leider versteht Deutsch in der Gemeinde kaum noch jemand. Die Kirche wurde 1896 errichtet und steht heute unter staatlichem Denkmalsschutz. Pastorin Ludmilla forderte uns dann auf, gemeinsam mit ihr ein Lied zu singen. Die Gesangsbücher sind ebenfalls in Deutsch und Russisch verfasst.

 

Auf der Seidenstraße in der U-Bahn in Taschkent

Bei unserem usbekischen Reiseleiter spürt man seine Begeisterung für seine Heimatstadt. Wir machen eine Rundfahrt durch die Innenstadt und anschließend lädt er uns zu einer Metrofahrt ein. Wir bestaunen drei U-Bahnhöfe. Einer stellt die Bewässerung der Hungersteppe und die Baumwolle dar, ein anderer die Raumfahrt und die Kosmonauten und ein dritter ist mit Kuppeln in der islamischen Tradition gestaltet.

Auf der Seidenstraße in Taschkent

Kurz nach dem Mittag sind haben wir die blühende Hungesteppe durchquert und fahren in der wahrscheinlich schönsten Plattenbaustadt der Welt, wie manche Reseführer das beschreiben. In unser Bildergalerie nehmen die Plattenbauten einen eher kleinen Raum ein.  Unser erster Besuch gilt der Koranschule Barak Khan und dem Kaf-fali-Schaschi-Mausoleum. Hier liegt ein Koran, der zum UNESCO Weltkulturerbe gehört und ca. 1400 Jahre alt ist. Unsere Reiseleiterin erzählt uns eine Legende über das Buch, wonach der damalige Herrscher beim Beten über dem Buch erstochen worden sein soll. Sein Blut sei noch auf den Seiten zu finden.

Auf der Seidenstraße durch die Hungersteppe

Wir fahren quer durch die ehemalige Hungersteppe, die die Bauern mit dem Anbau von Baumwolle und Obst wieder zum Leben erweckten. In unserem Geographieunterricht lernten wir, dass die beiden größten Flüsse Zentralasiens, der Amudaria und Syrdaria in den Aralsee fließen. In der Sowjetzeit hat man riesige Bewässerungsprojekte umgesetzt, die die Hungersteppe zu blühenden Gärten gemacht hat. Das ist schon beeindruckend. Die Folgen davon hatte man seinerzeit nicht berücksichtigt: Der Aralsee hat keinen Zufluss mehr und wird vermutlich irgendwann von den Landkarten gestrichen. Ein wenig enttäuschend ist dann auch die Überquerung des Syrdaria. Wir hätten uns den mindestens doppelt so breit vorgestellt. Durch die Bewässerungen haben sich hier viele Störche angesiedelt. Auf einigen Hochspannungsmasten brüten teilweise bis zu vier Paare,

Auf der Seidenstraße Stadtbummel

In unserer Freizeit bummeln wir durch das zaristische Viertel von Samarkand. Der Baustil ist wohl vergleichbar mit dem des Jugendstils in Europa. Ein freundlicher Taxifahrer bringt uns zurück zum Hotel. Er freut sich über die Gäste aus Germania. Er versteht kein Deutsch oder Englisch. Mit unseren russischen Brocken erleben wir viele lustige Situationen und eine kurzweilige Fahrt.

Auf der Seidenstraße Mausloeen der Timuriden

Heute begegnen wir Samarkands Ahnen auf der Gräberstraße Schah-e Sinda. Timur und seine Nachfahren haben hier ihre Mausoleen immer schöner ausgeschmückt als die anderen. Anhand der Kacheln an den Eingangsportalen kann man die über Jahrhunderte veränderten Herstellungstechnologien studieren. Manche Mausoleen sind in den Innenräumen sehr schlicht und andere mit viel Schmuck ausgestattet. Insbesondere die der beiden  Frauen von Timur sind im Inneren sehr sehenswert. Am oberen Ende ist die Pforte zum Islamischen Friedhof leider versperrt. Wir sehen über den Zaun und sehen ganz ungewöhnliche Gräber. Dort haben viele Gräber einen Grabstein mit dem Bildnis und den Lebensdaten des Verstorbenen. Insgesamt ist die Anlage einer der Höhepunkte unseres Besichtigungsprogramms in Samarkand.

Auf der Seidenstraße Ulugbek

Ein Höhepunkt der Reise ist das Observatorium von Ulugbek. Es war ein dreistöckiger Rundbau von 46 m Durchmesser und 30 m Höhe. Da Teleskope zur genauen Beobachtung noch nicht bekannt waren, verbesserte er die Genauigkeit der Beobachtungen durch die Verlängerung des Sextanten auf einen Radius von etwa 36 Metern. Durch langjährige Beobachtungen der Sonne mit dem Sextanten bestimmte Ulugbek die Schiefe der Ekliptik zu 23° 30′ und 17″, das entspricht dem damaligen Wert auf wenige Gradsekunden, und das siderische Jahr zu 365 Tagen 6 Stunden 10 Minuten und 8 Sekunden mit einer Abweichung von 58 Sekunden verglichen mit dem heutigen Wert. Dabei ist man sich heute nicht klar, ob dieser Wert zur damaligen Zeit nicht einen kleineren Fehler ausweist, weil sich die Erdrotation über die Jahre verlangsamt.

Die große Leistung des Gelehrten Ulugbek wird weiterhin dadurch unterstrichen, dass er am Registanplatz eine Medrese hat bauen lassen, an der er gelehrt hat und auch Rektor war. So nebenbei war er ja noch Enkel von Timur und Stadthalter von Samarkand.

Seine Geschichte hat aus heutiger Sicht einen grausamen Schluss erfahren, weil ihn sein Sohn aus Eifersucht und Machthunger ermorden liess.

Auf der Seidenstraße in Timurs Mausoleum

Timur wurde in der Sowjetzeit als Eroberer und Mörder abgestempelt. Nach der Selbständigkeit Usbekistan wird er als der große Vorvater „Amir Temur“ der Nation gefeiert. Er hat ja auch ein riesiges Reich geschaffen, das vom Bosporus bis nach China reichte. Das verfallene Mausoleum hat allerdings bereits die Sowjetmacht in alter Schönheit erstrahlen lassen.