Mosaike in Madaba

Madaba hat ca. 40.000 Einwohner. Es ist ein Ort wie viele in Jordanien. Bereits in alttestamentarischer Zeit wird Madaba als einer der Plätze erwähnt, die die zwölf Stämme Israels aufteilten. Später spielte Madaba eine Rolle als römischer Verwaltungsstützpunkt und Karawanen-Rastplatz.

Wir besichtigen die St. Georgs Kirche. Der Kirchturm mit seinen vier im Freien hängenden Glocken macht die Kirche unverkennbar. Erst am Ende des 19. Jh. hatten aus Karak zugewanderte Christen hier das Palästinensermosaik entdeckt und freigelegt. Der griechisch-orthodoxe Patriarch von Jerusalem ließ zum Schutz des 120 qm großen Mosaiks die St. Georgs Kirche darüber errichtet.

Das Palästinensermosaik ist eine aus über 2 Mio. Steinen zusammengesetzte Landkarte, die trotz ihrer starken Beschädigungen noch klar als solche zu erkennen ist. Die um 560 gestaltete Karte reicht von Unterägypten mit dem Nildelta über das Tote Meer bis nach Jerusalem als zentraler Ort der Karte. Jerusalems Damaskustor ist zu sehen und auch die Nea-Basilika, die heute nicht mehr existiert. Die Faszination, die diese Fußbodenkarte ausstrahlt, liegt in der verspielten Darstellung von Tier- und Pflanzenwelt, die in die Kartografie eingebettet wurde. Da jagt ein Löwe eine Gazelle, dort tummeln sich dicke Fische im Jordan und weichen vor dem salzigen Toten Meer zurück. Neben einfachen Hütten ragen Palmen in den Himmel. Auf dem Toten Meer wird die Schifffahrt dargestellt. Die Ortsnamen – Jerusalem, Bethlehem, Jericho, Mittelmeer, Nil, … sind in griechischen Großbuchstaben eingetragen. Man vermutet, dass diese Landkarte eine Pilgerkarte war (https://de.wikipedia.org/wiki/Mosaikkarte_von_Madaba).

Wir gehen noch durch die Stadt. Es ist eine typisch orientalische Stadt. Wir gehen an einer Mosaikschule vorbei. Hier ist die Mosaikhochburg von Jordanien. Überall sind Geschäfte mit wunderschönen farbigen Teppichen. Es macht Spaß an den vielen Geschäften entlang zu bummeln und zu schauen ohne zu kaufen.