5.Tag, Museumsstadt Chiwa

Wie ein riesiges Freilichtmuseum liegt uns Chiwa (UNESCO-Welterbe) zu Füßen. Paläste, Moscheen, Koranschulen und Mausoleen erstrahlen neben alten Lehmhäusern und -mauern wie vor Hunderten von Jahren – nichts scheint sich hier seit der Stadtgründung verändert zu haben. Chiwa gleicht einem Basar. Bunte Seidentücher, voluminöse Pelzmützen und filigrane Koranständer stapeln sich an den Ständen, dröhnend schallt usbekische Popmusik aus CD-Playern. Uns scheint, dass alle Schulklassen Usbekistans heute ihre Schuljahresabschlussreise nach Chiwa unternehmen. Insbesondere die Mädchen haben ihre Sonntagskleider angezogen. Ob das bei der Hitze und dem Staub die passende Kleidung ist? Ein Klasse singt für uns die Usbekische Nationalhymne. Die Kinder sind alle sehr aufgeschlossen. Wir werden von fast allen mit „Hello“ begrüßt. Einige versuchen, ihre Englischkenntnisse an den Mann zu bringen. Dabei entstehen allerdings nur kurze Dialoge.

Bei dieser Gelegenheit erfahren wir, dass alle zentralasiatischen Länder bis Anfang des 20. Jh arabische Schriftzeichen verwendeten. Um 1920 führte man hier das lateinische Alphabet ein. Mit der Sowjetunion wurden dieses durch das kyrillische ersetzt. Jetzt nach der Perestroika führt man wieder die lateinischen Buchstaben ein. Da die älteren Leute die lateinischen Buchstaben noch nicht kennen, erscheinen insbesondere die Zeitungen noch in kyrillischer Schrift. Die Jugend verwendet ausschließlich das lateinische Alphabet.

Mittags sind wir in einem kleinen Restaurant. Für Asis, unseren Reiseleiter, muss es wohl Mühe bereitet haben, am Ramadan ein Restaurant für uns zu finden. Vom Dach des Restaurants haben wir einen schönen Blick über die Dächer von Chiwa.

In der Stadt ist es für uns ungewöhnlich heiß, so dass wir den späten Nachmittag im Hotel verbringen.

Laut Ankündigung lädt und der Khan von Chiwa zu Abendessen ein. Da sind wir gespannt.

In einer prunkvollen Umgebung im Sommerpalast des Khans kredenzt man uns unser Abendessen. Die Atmosphäre ist umwerfend. Der Khan wusste zu leben.

Auf dem Rückweg zum Hotel sind einige der Gruppe am Westtor ausgestiegen, um die Altstadt bei Nacht zu erleben. Ein interessantes Motiv für ein Foto ist ein beleuchteter Turm der Medresse mit dem Halbmond darüber – wie in 1001 Nacht. An vielen Plätzen haben sich Menschen eingefunden, um den Abend zu genießen. Das Lichtdesign der Altstadt bei Nacht könnte sicher noch verbessert werden. Aber auch so hoffe ich, eindrucksvolle und stimmungsvolle Aufnahmen mit nach Hause bringen zu können. Verwundert hat mich die Sorglosigkeit einiger Händler in der Stadt. Eine Reihe Verkaufsstände sind noch so als wolle jemend sofort verkaufen. Die Waren sind nicht abgeräumt, die Verkaufsstände nicht mit Planen verhangen und ich sehe auch niemand, der die Stände bewacht.

Auf dem Dach eines Keffees beschließen wir den wundervollen Abend.

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